https://www.faz.net/-gq5-79v8u

Präsidentenwahl in Iran : Reformer Aref zieht Kandidatur zurück

  • Aktualisiert am

Wird nicht antreten: Resa Aref Bild: AFP

Am Freitag soll in Iran ein neuer Präsident gewählt werden. Die Zahl der Kandidaten schrumpft. Nach dem Konservativen Adel zog auch der Reformer Aref seine Kandidatur zurück.

          Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl in Iran hat der einzige Reformer unter den Bewerbern seine Kandidatur zurückgezogen. Mohammed Resa Aref gab seine Entscheidung am Dienstag auf seiner offiziellen Internetseite bekannt. Damit gehen Reformer und Moderate nur noch mit einem Kandidaten in die
          erste Runde der Wahl am Freitag. Um die Nachfolge von Staatschef Mahmud Ahmadineschad bewerben sich somit nur noch sechs Kandidaten.

          Mit seinem Verzicht folge er einer Aufforderung des ehemaligen Präsidenten Muhammad Chatami, sagte Aref. „Als Chef der Reformbewegung“ habe Chatami ihm erklärt, dass das Aufrechterhalten der Kandidatur nicht im Sinne der iranischen Reformbewegung sei. „Ich habe deshalb beschlossen, mich aus dem Rennen zurückzuziehen“, sagte Aref. In den vergangenen Tagen hatte es vermehrt Forderungen aus dem Reformerlager an den 61 Jahre alten Politiker gegeben, zugunsten des moderaten Bewerbers Hassan Ruhani auf eine Kandidatur zu verzichten, um so die Kräfte zu bündeln. „Ruhani ist von nun an der Kandidat des Reformlagers“, hieß es unmittelbar nach dem Verzicht Arefs in einer Erklärung des sogenannten Konsultativrates, der Moderate und Reformer vereint. Ruhani hat sowohl die Unterstützung des ehemaligen vergleichsweise reformorientierten Staatschefs Chatami als auch des moderaten früheren Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani.

          Unter den Bewerbern ist der frühere Außenminister Ali Akbar Welajati. Er kann auf die führenden konservativen Kleriker des Landes zählen. Mehrere einflussreiche religiöse Zirkel in der für Schiiten heiligen Stadt Ghom gaben am Montagabend ihre Unterstützung für den 67 Jahre alten Politiker bekannt. „Es ist mir eine Ehre, von den hohen Geistlichen und Religionsgelehrten in der heiligen Stadt Ghom anerkannt zu werden, und sollte ich gewählt werden, werde ich mein Bestes tun, um die Erwartungen zu erfüllen“, sagte Welajati bei einer Feier in der Imam Hassan-Moschee in Ghom. Welajati ist auch Berater des obersten Führers, Ajatollah Ali Chamenei.

          Zieht Teherans Bürgermeister zurück?

          Erst am Montag hatten die Konservativen zur Bündelung der Kräfte einen ähnlichen Schritt vollzogen: Einer ihrer Kandidaten, Gholam-Ali Hadad-Adel, war aus dem Rennen um die Präsidentschaft ausgeschieden. Beobachter erwarten, dass sich auch der konservative Teheraner Bürgermeister Mohammed Bagher Ghalibaf zurückziehen wird, womit Welajatis Chancen weiter steigen würden. Dies sei wahrscheinlich, nachdem die führenden Kleriker des Landes Welajati ihre Unterstützung ausgesprochen haben.

          Unter den verbliebenen sechs Präsidentschaftskandidaten sind zwei Unabhängige. Ihr Sieg gilt als unwahrscheinlich. Im Vorfeld war spekuliert worden, dass sich der Klerus hinter den Atomchefunterhändler und Ahmadineschad-Vertrauten Said Dschalili stellen könnte. „Es gab aber die Sorge, dass es damit einen weiteren Ahmadineschad und weitere vier Jahre Hardliner-Politik und politisches Abenteuertum geben würde“, sagte in Religionslehrer aus Ghom, der namentlich nicht genannt werden wollte.

          Weitere Themen

          SPD-Harmonie mit Rissen

          Kritik an Geywitz : SPD-Harmonie mit Rissen

          Die Harmonie, die die SPD derzeit ausstrahlt, bekommt Risse. Kandidatin Geywitz wird heftig kritisiert. Getroffen werden soll aber eigentlich ein anderer.

          „Wir sind nicht zu stoppen“ Video-Seite öffnen

          Greta Thunberg : „Wir sind nicht zu stoppen“

          Die 16-jährige Schwedin war am Samstag ins UN-Hauptquartier gekommen, um beim ersten Jugendgipfel der Vereinten Nationen mit dabei zu sein.

          Topmeldungen

          Massentourismus vom Wasser kommend: Zwei Kreuzfahrtschiffen liegen im Geirangerfjord.

          Umstrittene Kreuzfahrtschiffe : Norwegen macht die Fjorde langsam dicht

          Es ist ein Geldsegen und ein Öko-Fluch: Seit kurzem gelten in fünf norwegischen Fjorden für Kreuzfahrtschiffe strenge Umweltauflagen, die die Luftverschmutzung begrenzen sollen. Glücklich sind die Menschen in der Urlauberhochburg Geiranger damit nicht.
          Kanzlerin Angela Merkel stellt mit ihrem Klimakabinett die Ergebnisse eines Kompromisses zum Klimapaket vor.

          Klimakabinett : Das deutsche Klima-Experiment

          Deutschland allein kann das Klima nicht retten. Aber andere Länder schauen genau darauf, wie Kanzlerin Merkel versucht, die Emissionen zu senken. Kann Deutschland Vorbild sein oder muss es über den Ärmelkanal schauen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.