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Philippinischer Präsident über China : „Wie Hitlers Griff nach dem Sudetenland“

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Chinas WZ-9-Kampfhubschrauber Bild: REUTERS

Noch ein Brennpunkt in Asien: Peking erhebt Ansprüche auf das Südchinesische Meer, die Philippinen fühlen sich bedroht. Präsident Aquino wagt einen drastischen Vergleich.

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          Mit einem Appell an die internationale Gemeinschaft hat der philippinische Präsident Benigno Aquino III um Unterstützung im Territorialstreit mit China geworben. In einem Interview mit der New York Times sprach er von Parallelen zur Auslieferung des Sudetenlands an Deutschland 1938.

          Wie die damalige Tschechoslowakei sähen die Philippinen sich mit einer überlegenen Macht konfrontiert, die sich Stück für Stück Territorium aneignen wolle, sagte Aquino: „Wann ist der Punkt erreicht, wo man sagt 'Genug ist genug'? Die Welt muss es aussprechen. Denkt daran, dass das Sudetenland Hitler gegeben wurde, um den Zweiten Weltkrieg zu verhindern.“

          Hintergrund ist ein schon lange schwelender Streit um Gebietsansprüche im Südchinesischen Meer. Peking beansprucht den überwiegenden Teil des Meeres für sich. Dabei ragt gerade einmal Chinas südlichster Punkt, die Inselprovinz Hainan, in die Gewässer.

          Neben den Philippinen erheben auch Vietnam, Malaysia, Brunei und Taiwan Ansprüche in der Region. Unter dem Seegebiet liegen riesige Erdgas- und Erdölfelder. Trotz wiederholter Aufforderungen auch aus Washington lehnt Peking einen Verhaltenskodex für die Region oder gemeinsame Gespräche aller betroffenen Staaten ab und will nur mit jedem Land einzeln sprechen.

          Japan sucht den Schulterschluss

          Japan ist an dem Streit in dieser Region, anders als im Ostchinesischen Meer, nicht direkt beteiligt. Premierminister Shinzo Abe sucht aber, wie zuletzt bei einem Gipfeltreffen im Dezember, den Schulterschluss mit südostasiatischen Staatschefs, die wie er selbst die chinesischen Pläne ablehnen.

          Im Frühjahr 2012 war es zu einer brenzligen Situation gekommen, als sich vor einer Inselgruppe, die von China und den Philippinen beansprucht wird, Marineschiffe beider Seiten gegenüberlagen. Damals kam es bereits zu anti-chinesischen Demonstrationen auf den Philippinen.

          Für Peking hat die Region seitdem offenbar nicht an Bedeutung verloren: Die viel beachtete Jungfernfahrt von Chinas erstem Flugzeugträger Liaoning hatte im November ins Südchinesische Meer geführt.

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