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Franziskus auf den Philippinen : Papst: Die Meinungsfreiheit hat Grenzen

Benigno Aquino, der Präsident der einzigen katholischen Nation Asiens, Kabinettsmitglieder und die philippinischen Bischöfe begrüßten den Papst auf dem Flugplatz. Mit einem weißen Papamobil in der Form eines Jeepneys, der auf den Philippinen üblichen Nachbauten amerikanischer Militärahrzeuge, die normalerweise für den Nahverkehr verwendet werden, wurde Franziskus durch die Stadt gefahren. Anders als im Jahr 1995, als Johannes Paul von den wartenden Massen umringt wurde, kam die Kolonne dank der Sicherheitsvorkehrungen diesmal rasch voran.

Dennoch könnte der Euphorie nach zu urteilen der diesjährige Aufenthalt von Papst Franziskus die Reise von Johannes Paul vor 19 Jahren noch übertreffen. Bis zu sechs Millionen Menschen werden am Sonntag erwartet, wenn der Papst im Rizal Park die Messe hält. Marc de Asis war schon damals dabei, im Alter von gerade 18 Jahren. „Als ich nach der Messe mit Johannes Paul nach Hause ging, habe ich geweint“, sagte der Immobilienhändler aus Manila. Wie viele andere Katholiken hier, sieht er in Franziskus mit seiner bescheidenen Art und seinem starken Einsatz für die Armen aber auch einen besonderen Vertreter seines Amtes. 

Auch der Papst muss unter dem Klimawandel leiden

Das hat in einem Land wie den Philippinen auch eine spezifische Bedeutung, in dem ein Viertel der Menschen in Armut leben. Dass der Papst aber so früh nach Beginn seines Pontifikats in das südostasiatische Land reist, liegt nicht nur daran, dass er Asien, wo das Christentum wächst wie kaum irgendwo sonst, „Priorität“ einräumt. Der eigentliche Auslöser für die Entscheidung war vielmehr der Taifun Haiyan, der Teile der Zentralphilippinen im November 2013 verwüstet und Tausenden Menschen das Leben gekostet hatte. Am Samstag wird Franziskus in der betroffenen Stadt Tacloban mit Überlebenden des Taifuns und des Erdbebens von Bohol zu Mittag essen. Er will den Opfern von Naturkatastrophen Trost spenden.

Laut Vatikanbeobachtern werden im Verlauf der Reise auch Hinweise auf eine Enzyklika zu dem Thema Umwelt erwartet, an der der Papst, dessen Namenspatron Franz von Assisi für Naturverbundenheit steht, derzeit arbeiten soll. Da schien es fast schon symbolisch, dass auch für die kommenden Tage wieder ein Tropensturm auf den Philippinen vorhergesagt wurde. „Er wird hier Auge-in-Auge mit dem Klimawandel sein“, sagte Bischof Mylo Hubert Vergara, der das Informationsbüro der philippinischen Bischofskonferenz leitet, dieser Zeitung. „Normalerweise gab es keine Stürme im Dezember und Januar. Aber wegen des Klimawandels erleben wir eine Veränderung des Wetters“, sagte der Bischof.

Da es sich aber wohl nur um einen mäßig schweren Sturm handelt, wurde lediglich mit etwas Regen gerechnet. Die Menschen, die aus dem ganzen Land angereist sind, dürften sich von so etwas nicht beirren lassen. Darunter war auch der 35 Jahre Jimmy Bartolay, der seit einer Kinderlähmung-Erkrankung gehbehindert ist und sich auf eine Krücke stützen muss. Er sollte einer der Ausgewählten aus dem ganzen Land, die den Papst am Freitag bei einer Veranstaltung in der „Mall of Asia“ von Manila treffen dürfen. Er wolle den Papst nach einem Segen für sich und seine Mutter bitten, die an Brustkrebs erkrankt sei. „Ich hoffe, dies wird ihr bei der Heilung helfen“, sagte er.

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