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Pakistan : Taliban-Funktionär schreibt an Malala Yousafzai

  • Aktualisiert am

Malala Yousafzai am Freitag bei den Vereinten Nationen Bild: REUTERS

Ein Mitglied der pakistanischen Taliban hat der Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai einen Brief geschickt: Die Taliban hätten sie wegen ihrer „Propaganda“ angegriffen.

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          Nur wenige Tage nach der umjubelten Rede der Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai vor den Vereinten Nationen hat sich ein ranghohes Mitglied der pakistanischen Taliban  in einem Brief an die heute 16 Jahre alte Schülerin gewandt, der im Oktober ein Taliban-Kämpfer in den Kopf geschossen hatte.

          In dem am Mittwoch an Journalisten versandten Schreiben erklärte Adnan Rasheed, Grund für den Anschlag sei Malalas „Propaganda“ gewesen. Das Mädchen hatte in einem Blog für die BBC ihr Leben unter den radikalislamischen Taliban im pakistanischen Swat-Tal beschrieben. Dabei hatte sie vor allem die Einschränkung der Bildungsmöglichkeiten für Mädchen und Frauen durch die Taliban scharf kritisiert. Ihre Blogeinträge bezeichnete Rasheed als „Schmutzkampagne“.

          „Die Taliban glauben, dass du absichtlich gegen sie geschrieben hast“, schrieb der Taliban-Funktionär auf Englisch. Malala habe den Versuch der Gruppe, ein islamisches System im Swat-Tal zu errichten, „schlecht machen“ wollen. Dies sei „provokativ“ gewesen. Zugleich erklärte der Islamist, er wünsche sich, es hätte den lebensgefährlichen Anschlag nicht gegeben. „Als du angegriffen wurdest, war das ein Schock für mich“, schrieb er.

          „Besuch lieber eine Koranschule in Pakistan“

          Rasheed war wegen eines Attentats auf den pakistanischen Machthaber Pervez Musharraf im Jahr 2003 zum Tode verurteilt und erst im vergangenen Jahr von den Taliban aus dem Gefängnis befreit worden. Er bestritt, dass es bei dem Angriff auf Malala um die Frage der Bildung für Mädchen gegangen sei. Es sei „verwunderlich, dass Du für Bildung wirbst“.

          Rasheed warf der jungen Frau vor, sie spreche sich für ein Bildungssystem aus, das von den britischen Kolonialherrschern eingeführt worden sei. Schüler sollten sich aber mit dem Islam befassen und nicht mit „satanischen oder säkularen Lehrplänen“. Malala solle nach Pakistan zurückkehren und eine Koranschule für Frauen besuchen, schrieb Rasheed.

          Die Echtheit seines Briefs wurde der Nachrichtenagentur AFP von einem weiteren hochrangigen Taliban-Mitglied bestätigt. Malala selbst hat das Schreiben offenbar nicht erhalten.

          Die Schülerin lebt heute mit ihrer Familie in Großbritannien, wo sie nach dem Taliban-Anschlag medizinisch behandelt wurde. Am vergangenen Freitag hielt sie eine Rede vor der UN-Jugendversammlung in New York, in der sie erklärte, sie werde weiter für Kinder- und Frauenrechte kämpfen.

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