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Pakistan : Musharraf vor Wahl aus Exil zurückgekehrt

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Sieben Wochen vor der Parlamentswahl in Pakistan ist der frühere Machthaber Musharraf aus dem selbstgewählten Exil zurückgekehrt. Musharraf kandidiert bei der Wahl.

          Nach über vier Jahren im Exil ist der frühere pakistanische Staatschef Pervez Musharraf am Sonntag nach Pakistan zurückgekehrt. Die Maschine mit dem ehemaligen Machthaber an Bord landete in der südpakistanischen Hafenstadt Karachi. Für Sonntagnachmittag war ein Treffen Musharrafs mit Anhängern am Flughafen geplant.  Musharraf kam aus Dubai, wo er während seines Exils zeitweise lebte. Vor dem Abflug hatte Musharraf gesagt, er sei „nicht nervös“. Er sei lediglich „besorgt angesichts einiger unbekannter Faktoren“, fügte er hinzu und nannte etwa den „Terrorismus und Extremismus“ sowie die Mitte Mai anstehenden Wahlen.

          Musharraf hatte am Freitag seine Rückkehr nach Pakistan angekündigt. Die pakistanischen Taliban drohten am Samstag mit der Ermordung Musharrafs bei dessen Rückkehr; sie hätten ein Selbstmordkommando aufgestellt. Am Samstagabend wurden bei einem Selbstmordanschlag auf einen Militärposten im Nordwesten des Landes mindestens 17 Soldaten getötet. Gegen Musharraf wird im Zusammenhang mit dem tödlichen Attentat auf die frühere Regierungschefin Benazir Bhutto im Dezember 2007 sowie wegen des tödlichen Militärangriffs auf einen Stammesführer im August 2006 ermittelt. Zudem ist er wegen der Ausrufung des Notstands im Jahr 2007 und der Verhaftung von Richtern angeklagt, die seinen Verbleib an der Macht für illegal hielten. Ein Gericht sicherte ihm jedoch gegen Kaution zunächst Immunität zu. Im August 2008 war Musharraf zurückgetreten.

          Bei der Parlamentswahl am 11. Mai will er antreten. Am Sonntagnachmittag wollte Musharraf in Karachi zu Anhängern seiner Pakistanischen Muslim-Liga (APML) sprechen. Musharraf hatte sich 1999 unblutig an die Macht geputscht und war 2008 unter Druck als Präsident zurückgetreten. Er lebte seitdem im Exil in London und Dubai.

          Nach tagelangem Ringen zwischen Regierung und Opposition ernannte die Wahlkommission in Islamabad am Sonntag einen Übergangs-Premierminister. Vier der fünf Mitglieder hätten für den früheren Richter Mir Hazar Khan Khoso gestimmt, sagte Kommissionschef Fakhruddin Ibrahim. Khoso war von der Volkspartei PPP nominiert worden, die die Regierung bis zum Ende der Legislaturperiode am vorvergangenen Samstag geführt hatte. Er soll nun freie und faire Wahlen vorbereiten.

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