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Pakistan : Musharraf flieht aus Gerichtsverhandlung

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Anhänger Musharrafs protestieren in Islamabad gegen die angeordnete Festnahme des ehemaligen Armeechefs. Bild: dpa

In Pakistan hat ein Gericht die Festnahme des früheren Militärmachthabers Musharraf angeordnet. Musharraf floh nach dem Beschluss mit Hilfe seiner Leibwächter aus dem Gerichtssaal.

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          Drei Wochen vor der Parlamentswahl in Pakistan hat ein Gericht in Islamabad die Festnahme des früheren Militärmachthabers Pervez Musharraf angeordnet. Der ehemalige Armeechef sei nach dem Beschluss am Donnerstag mit Hilfe seiner Leibwächter aus dem Gerichtssaal an einen unbekannten Ort geflohen, berichtete der private Sender Geo News. Die Personenschützer hätten die vor dem Saal wartenden Polizisten daran gehindert, Musharraf festzunehmen. Gegen den früheren Militärmachthaber laufen drei Verfahren, bei denen er bislang gegen Kaution auf freiem Fuß gewesen ist.

          Anschlag, Tötung und Hausarrest

          Bei den drei Verfahren geht es um den tödlichen Anschlag auf ehemaligen Premierministerin Benazir Bhutto, die Tötung eines Stammesführers aus Baluchistan bei einer Armeeoperation und die Verhängung von Hausarrest gegen Richter während Musharrafs Amtszeit. In letzterem Fall habe das Gericht in Islamabad die Verlängerung der Kaution am Donnerstag abgelehnt und die Festnahme seines Mandanten angeordnet, sagte Anwalt Qamar Afzal der Nachrichtenagentur dpa. „Ich werde den Beschluss am Freitag vor dem Verfassungsgericht anfechten.“ Zu der von Geo News gemeldeten Flucht Musharrafs äußerte sich Afzal nicht.

          Neben den drei laufenden Verfahren droht Musharraf außerdem ein Strafverfahren wegen Landesverrat vor dem Verfassungsgericht. Musharraf war im März aus dem rund vierjährigen selbstgewählten Exil zurückgekehrt, um am 11. Mai bei der Parlamentswahl zu kandidieren. Wegen der laufenden Verfahren hatte ein Gericht in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar Musharraf am Dienstag von der Wahl ausgeschlossen. Seine Partei APML hatte angekündigt, der ehemalige Präsident werde dagegen vor das Verfassungsgericht ziehen.

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