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Pakistan : Drei deutsche Dschihadisten bei Militäreinsatz getötet

  • Aktualisiert am

Bei einem Attentat auf einen Bus nahe der Stadt Quetta im Südwesten Pakistans sind am Dienstag 22 schiitische Pilger umgekommen. Bild: AP

Bei Vergeltungsschlägen der pakistanischen Armee gegen islamistische Kämpfer in der Region Nord-Waziristan sind 40 Personen getötet worden. Unter ihnen sollen sich auch drei Extremisten aus Deutschland befinden.

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          Das pakistanische Militär hat bei Luftangriffen auf Verstecke der radikalislamischen Taliban nach eigenen Angaben auch drei Deutsche getötet. Es handele sich um Extremisten mit Verbindungen zu den Taliban, sagte ein ranghoher Militärvertreter am Mittwoch. Eine unabhängige Bestätigung gab es zunächst nicht. Das Militär erklärte, die drei Deutschen seien in dem Gebiet Mir Ali in Nord-Waziristan getötet worden.

          Als Vergeltung für zwei Anschläge hatte die pakistanische Luftwaffe am Dienstag mutmaßliche Talibanstellungen im Nordwesten des Landes angegriffen. Mehr als 40 islamistische Kämpfer seien dabei getötet worden, hieß es aus Armeekreisen. Anwohner berichteten indes auch über zivile Opfer.

          Unabhängige Angaben über die Zahl und die Identität der Opfer lagen zunächst nicht vor, da die Gegend für Journalisten und Hilfskräfte gesperrt ist. Im Tal Tirah nahe der Grenze zu Afghanistan wurden nach Armeeangaben vier weitere Taliban-Kämpfer getötet.

          Reaktion auf Talibanangriffe

          Im Südwesten Pakistans war am Dienstag überdies ein Bombenanschlag auf einen Bus mit schiitischen Pilgern verübt worden. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden mindestens 22 Gläubige getötet, 20 verletzt. Die Explosion ereignete sich demnach etwa 60 Kilometer westlich von Quetta, der Hauptstadt der Provinz Baluchistan. Die Gläubigen waren auf dem Rückweg von einer Reise nach Iran. Ministerpräsident Nawaz Sharif und Präsident Mamnoon Hussain verurteilten die Tat.

          Opfer des Attentats auf ein Polizeifahrzeug am Mittwoch in einem Krankenhaus in Peschawar

          Bei vorangegangen Attentaten der Taliban am Sonntag und Montag waren fast 40 Menschen getötet worden, unter ihnen mehr als 30 Soldaten. Zu beiden Anschlägen bekannte sich die Organisation Tehreek-e-Taliban Pakistan. Ein Mitarbeiter der Sicherheitskräfte bezeichnete die Angriffe der Luftwaffe vom Dienstag als „Vergeltungsaktion“. Einige der Getöteten waren nach Angaben der Armee an den jüngsten Attentaten sowie an dem Angriff auf eine Kirche in Peshawar im September beteiligt, dem mehr als 80 Menschen zum Opfer gefallen waren.
            
          Unter den Zielen der Angriffe war den Sicherheitskräften zufolge auch das Haus des ranghohen Taliban-Kämpfers Adnan Rasheed, der jüngst den Mordanschlag auf die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai gerechtfertigt hatte. Wie aus Kreisen des Militärs und der Taliban verlautete, überlebte Rasheed den Angriff.

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