https://www.faz.net/-gq5-89yjp

Parlamentswahl in Burma : Regierungspartei gesteht Niederlage ein

  • Aktualisiert am

Oppositionsanhänger in Burma zeigen sich zufrieden mit der Parlamentswahl. Bild: AP

Die Regierungspartei in Burma hat ihre Niederlage bei der Parlamentswahl gegen die Opposition eingestanden. Deren Anführerin Aung San Suu Kyi warnt jedoch vor Überheblichkeit.

          1 Min.

          Die Regierungspartei in Myanmar hat ihre Niederlage bei der Parlamentswahl gegen die Partei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi eingeräumt. „Wir haben verloren“, sagte der amtierende Chef der Solidaritäts- und Entwicklungspartei, Htay Oo, der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Seine Partei werde den Ausgang der ersten freien Wahl seit 25 Jahren akzeptieren.

          Auch einer der ranghöchsten Vertreter der Regierungspartei USDP, Parlamentspräsident Shwe Mann, verlor seinen Sitz. Auf Facebook gestand er die Niederlage im Wahlkreis Phyu rund 200 Kilometer nördlich der Hafenstadt Rangun ein. „Ich gratuliere Thein Nyunt von der Nationalliga für Demokratie zum Mandatsgewinn“, schrieb er.

          Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hat ihre Anhänger zur Zurückhaltung aufgerufen. Sie deutete ein gutes Resultat für ihre Partei, die Nationalliga für Demokratie (NLD), an, wollte sich vor Bekanntgabe erster offizieller Ergebnisse aber nicht konkret äußern.

          „Es ist zu früh, unseren Kandidaten zu gratulieren, aber ihr habt sicher alle eine Vorstellung, wie die Ergebnisse aussehen“, sagte sie am Montag vor Anhängern in der Parteizentrale. Niemand solle herumprahlen, mahnte sie, das verletzte die Gefühle der Verlierer.

          Die oppositionelle NLD von Suu Kyi könne mit 80 Prozent der Sitze rechnen, meinte Parteisprecher Win Htein am Morgen. Die Wahlkommission wollte sich erst im Laufe des Tages mit ersten Ergebnissen melden. Burma war bis 2011 eine Militärdiktatur. Die Junta hielt 2010 umstrittene Wahlen ab, bei denen die militärnahe USDP die absolute Mehrheit gewann.

          Mehrere Parteien protestierten wegen möglicher Manipulationen mit Wahlzetteln von Wählern, die schon vor dem Wahltag abstimmten, sagte der Sprecher der Minderheitenpartei SNLD in der Shan-Region, Sai Leik, der Deutschen Presse-Agentur. „Zum Beispiel führte der NLD-Kandidat im Wahlkreis Lashio, wo Vizepräsident Sai Maunk Khan antritt, nach Auszählung der Stimmen“, sagte er. „Dann tauchten um Mitternacht plötzlich ganz viele Kisten mit vor der Wahl abgegebenen Stimmzetteln auf, die hauptsächlich für die USDP waren. Das ist nach dem Wahlgesetz illegal. Danach sind Stimmen, die nach Schließung der Wahllokale ankommen, nicht gültig.“

          Präsident Thein Sein und der Oberbefehlshaber Min Aung Hlaing haben versichert, sie würden das Ergebnis anerkennen.

          Weitere Themen

          Möglicher Bundeswehr-Einsatz in Libyen Video-Seite öffnen

          Klausurtagung Hamburg : Möglicher Bundeswehr-Einsatz in Libyen

          Zum Auftakt der zweitägigen Klausurtagung standen Themen wie Sicherheit und Verteidigung auf der Tagesordnung. Die CDU-Bundesvorsitzende und Verteidigungsministerin skizziert, welche Gedanken sich die Bundeswehr bei einem anhaltenden Waffenstillstand in Libyen machen muss.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.