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Nordkoreanische Bedrohung : Amerika will Raketenabwehr ausbauen

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Start einer Boden-Luft-Abfangrakete von der amerikanischen Luftwaffenbasis Vandenberg im Bundesstaat Kalifornien Bild: AP/dpa

Angesichts des jüngsten Atomwaffentests und massiver Drohungen aus Pjöngjang will Washington seine Raketenabwehr ausbauen. Amerikas Verteidigungsminister Chuck Hagel hat angekündigt, 14 weitere Abfangsysteme im Bundesstaat Alaska aufstellen zu lassen.

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          Nach den jüngsten Drohungen der nordkoreanischen Führung wollen die Vereinigten Staaten ihre Raketenabwehr ausbauen. In Alaska würden 14 weitere Raketenabfangsysteme aufgestellt, sagte Verteidigungsminister Chuck Hagel am Freitag in Washington. Damit werde den nordkoreanischen Fortschritten in der Raketentechnik begegnet.

          Hagel zufolge sollen die neuen Abfangsysteme bis 2017 stehen. In Alaska und Kalifornien haben die Vereinigten Staaten derzeit insgesamt 30 Abfangsysteme installiert. „Die USA haben Raketenabfangsysteme, die uns vor Angriffen mit Interkontinentalraketen schützen“, sagte der Verteidigungsminister. „Aber vor allem Nordkorea hat kürzlich Fortschritte in seinen (militärischen) Fähigkeiten gemacht und unternimmt eine Reihe von unverantwortlichen und rücksichtslosen Provokationen.“ Die Vereinigten Staaten halten laut Hagel auch an ihrem Plan fest, ein weiteres Radarsystem in Japan einzurichten.

          Chuck Hagel am Freitag in Washington

          Hagel erwähnte als Beispiele für die Bedrohungslage den dritten Atomwaffentest Nordkoreas von Mitte Februar, den Satellitenstart von Dezember sowie Tests von Interkontinentalraketen. Angesichts neuer Sanktionen durch den UN-Sicherheitsrat drohte die nordkoreanische Führung den Vereinigten Staaten zuletzt mit einem atomaren Angriff. Pjöngjang kündigte zudem einen Nichtangriffspakt mit Südkorea auf und erklärte den Waffenstillstand, der in den 50er Jahren den Koreakrieg beendete, für nichtig.

          Der amerikanische Raketenschild litt bisher unter technischen Problemen, bei Tests versagten die Raketenabfangsysteme wiederholt. Hagel versicherte am Freitag, dass die Systeme funktionierten: „Das amerikanische Volk kann sicher sein, dass unsere Abfangsysteme effektiv sind“, sagte er.

          Nordkorea verfügt bislang über Raketen, die Japan oder Südkorea treffen könnten, hat aber noch nicht bewiesen, dass es auch die Vereinigten Staaten angreifen kann. Experten gehen jedoch von Fortschritten beim Raketenprogramm aus, nachdem es Nordkorea gelang, einen Satelliten im All auszusetzen.

          Der Westen vermutet hinter dem Satellitenstart einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm. Ungeachtet der internationalen Kritik betonte Pjöngjang am Mittwoch sein „legitimes Recht, Satelliten ins All zu befördern“.

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