https://www.faz.net/-gq5-780p6

Nordkorea : Kim Jong-un versetzt Raketen in Bereitschaft

  • Aktualisiert am

Kim Jong Un hat in Nordkorea Raketeneinheiten in Alarmbereitschaft versetzt. Bild: reuters

Nordkorea versetzt seine Raketen für mögliche Angriffe in Bereitschaft. Das teilte Machthaber Kim Jong- un nach einem nächtlichen Dringlichkeitstreffen mit den Spitzen der Armee mit. Russland warnte indes vor „militärischen Muskelspielen“ auf der Halbinsel.

          2 Min.

          Nach der Entsendung von zwei amerikanischen Tarnkappenbombern nach Südkorea hat Nordkorea nach eigenen Angaben seine Raketen für mögliche Angriffe in Bereitschaft versetzt. Den Befehl dafür habe Machthaber Kim Jong-un nach einem nächtlichen Dringlichkeitstreffen mit Spitzen der Armee gegeben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag. Pentagon-Chef Chuck Hagel sagte dazu, Washington nehme die „Provokationen sehr ernst“.

          Im Falle einer „rücksichtslosen“ Provokation seitens den Vereinigten Staaten müssten Nordkoreas Streitkräfte „erbarmungslos das amerikanische Festland und Militärstützpunkte auf den Pazifik-Inseln Guam und Hawaii sowie deren Stützpunkte in Südkorea angreifen“, zitierte KCNA den nordkoreanischen Machthaber. Bislang ist allerdings noch nicht bewiesen, dass Nordkoreas Raketenkapazitäten ausreichen könnten, um amerikanische Festland zu erreichen.

          Reichweiten einsatzbereiter und in Entwicklung befindlicher Raketensysteme

          Kim bezog sich mit seiner Drohung auf die Entsendung zweier atomwaffenfähiger Tarnkappenbomber vom Typ B-2 nach Südkorea durch die Vereinigten Staaten am Donnerstag. Dieser Schritt sei keine bloße Machtdemonstration mehr, sondern weise darauf hin, dass die Vereinigten Staaten einen „Atomkrieg um jeden Preis“ entfachten. Bereits am Dienstag hatte Pjöngjang mit Angriffen gedroht und angeblich die Sondereinheiten seiner gesamten Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt.

          Russland warnte vor „militärischen Muskelspielen“ auf der Halbinsel. Die Lage könne außer Kontrolle geraten, sagte Außenminister Sergej Lawrow. Mit Sorge sehe Russland die militärischen Handlungen in der Region. „Das führt zu einem Teufelkreis“, sagte Lawrow. Die Spannungen dürften nicht dazu genutzt werden, geopolitische Fragen in der Region mit Kriegsmitteln zu lösen.

          Mehr Personal und Fahrzeuge an der Grenze

          Ein südkoreanischer Militärvertreter sagte der Nachrichtenagentur Yonhap, an den Raketenstützpunkten des nördlichen Nachbarn sei eine deutlich erhöhte Aktivität von Personal und Fahrzeugen festzustellen. Südkorea und Nordkorea befinden sich praktisch noch immer im Kriegszustand.

          Die Spannungen in der Region hatten zuletzt auch wieder deutlich zugenommen, nachdem Pjöngjang als Reaktion auf die Verschärfung von UN-Sanktionen nach einem unterirdischen Atomtest den Nichtangriffspakt mit dem Süden aufgekündigt hatte. Zuvor hatte Nordkorea Amerika bereits mit einem atomaren Erstschlag gedroht. Amerika und Südkorea vereinbarten jüngst eine verstärkte militärische Zusammenarbeit.

          Die  amerikanische Regierung verpflichtete sich, Südkorea selbst bei kleineren Provokationen militärisch beizustehen. Verteidigungsminister Hagel bekräftigte am Donnerstag dieses Versprechen. Washington werde und müsse auf „jede Eventualität“ vorbereitet sein, sagte Hagel vor Journalisten im Pentagon. „Wir nehmen diese Provokationen des Nordens sehr ernst und wir werden darauf reagieren.“

          Unterdessen sagte ein Nordkorea-Experte von der Dongguk Universität, die Drohungen aus Pjöngjang dürften nicht so gedeutet werden, dass ein Krieg „unmittelbar bevorsteht“. Es handle sich um eine „erwartete“ Reaktion des Nordens auf die Entsendung der B-2-Bomber durch die Vereinigten Staaten, sagte Kim Yong Hyun.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Burak Yilmaz (32), Pädagoge, im Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie in Duisburg

          Junge Migranten : Was gehört zu Deutschland?

          Das Dirndl? Die Shisha-Pfeife? Die Juden? Junge Migranten aus Duisburg sprechen mit einem Sozialarbeiter über Identität und Geschichte. Und warum der Holocaust zur Diskussion über heutige Werte führt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.