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Nordkorea : Kim lässt Militärchef hinrichten

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Kim ist als „Oberster Führer“ offiziell Oberkommandierender der Armee. Unklar aber ist, welcher der Militärs auf seiner Seite steht. Bild: Reuters

Als Nordkorea am Sonntag publikumswirksam seine Langstreckenrakete testete, fehlte der Militärchef des Landes. Nun wird klar warum: Der Staatschef Kim Jong-un hat ihn hinrichten lassen. Er war nicht das erste Opfer von dessen Machtsicherung.

          Nordkoreas Diktator Kim Jong-un hat seinen Militärchef Ri Yong-gil hinrichten lassen. Das berichtet die südkoreanische Nachrichtengentur Yonhap unter Berufung auf Regierungskreise. Yong-gil war seit August 2013 Chef des Generalstabs. Er soll im Februar verhaftet und angeklagt und in der vorigen Woche hingerichtet worden sein. Offiziell wollte Nordkorea die Hinrichtung nicht bestätigen.

          Vorgeworfen wurde ihm nach Berichten der Nachrichtenagentur unter anderem Korruption. Yonhap zitiert aber auch einen Insider, der andere Gründe anführt. So hatte Kim jüngst Schlüsselpositionen im Militär mit Parteifunktionären ersetzt, wogegen Ri Einwände erhoben haben soll. Bereits seit 2014 soll er die Gunst des nordkoreanischen Führers verloren haben.

          Aufgefallen war, dass Ri bei dem prestigeträchtigen Test einer Langstrecken-Rakete am Sonntag  – anders als in Nordkorea üblich – in der Berichterstattung nicht als Teilnehmer erwähnt worden war. Stattdessen wurde der ehemalige Sicherheitsminister Ri Myong-su genannt, der auch als sein Nachfolger gehandelt wird.

          Kim Jong-un hatte im Dezember 2011 seinen Vater Kim Jong-il als „Oberster Führer“ Nordkoreas beerbt. Der 33 Jahre alte Kim ist seitdem bemüht sich gegenüber dem traditionell machtvollen Militär durchzusetzen und seine Macht abzusichern. Dazu hat er in den vergangen Jahren Dutzende Gegner hinrichten lassen: Etwa seinen Onkel Jang Song-taek, den General Pyon In-son und den  Verteidigungsminister Hyon Yong-chol. Der Onkel war wegen Hochverrats verurteilt worden, der General wegen Widerspruchs und der Verteidigungsminister, weil er bei einer Rede Kims eingeschlafen war.

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