https://www.faz.net/-gq5-8ebdo

Nordkorea : Kim Jong-un droht mit Einsatz von Atomwaffen

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Das Regime in Pjöngjang reagiert mit Säbelrasseln auf die verschärften UN-Sanktionen. Machthaber Kim Jong-un ordnet die sofortige Einsatzbereitschaft seiner Atomwaffen an.

          1 Min.

          Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hat die sofortige Einsatzbereitschaft der Atomwaffen seines Landes angeordnet – auch für einen Präventivschlag. Die Atomsprengköpfe müssten „in Bereitschaft“ sein, „so dass sie jederzeit abgeschossen werden“ könnten, sagte Kim am Freitag nach Angaben der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA. Solch ein Säbelrasseln war nach der drastischen Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea durch den UN-Sicherheitsrat erwartet worden.

          Kim sagte den Angaben zufolge weiter, die Lage auf der geteilten koreanischen Halbinsel sei so gefährlich geworden, dass Nordkorea seine militärische Strategie hin zu einem „Präventivschlag“ ändern müsse. Derartige Drohungen sind in Zeiten erhöhter Spannungen zwischen Nord- und Südkorea fast an der Tagesordnung.

          Kim spricht von „gangsterartigen“ Sanktionen

          Nordkorea hatte bereits am Donnerstag kurz nach dem Beschluss des UN-Sicherheitsrates zu den drastisch verschärften Sanktionen mehrere Kurzstreckenraketen mit einer Reichweite von hundert bis 150 Kilometern ins Meer abgefeuert, wie das südkoreanische Verteidigungsministerium mitgeteilt hatte. Kim nannte die von den Vereinigten Staaten und Südkorea vorangetriebene UN-Entscheidung „gangsterartig“. Die Nordkoreaner würden nun auf einen „Kampfbefehl“ warten.

          Mit der Verschärfung der Sanktionen hatte der UN-Sicherheitsrat am Mittwoch auf die vorherigen Tests Pjöngjangs mit Atomwaffen und ballistischen Raketen reagiert. Das kommunistische Land hatte am 6. Januar seinen vierten Atomwaffentest seit 2006 und einen Monat später den Start einer ballistischen Rakete bekannt gegeben. Beides verstieß gegen mehrere UN-Resolutionen.

          Amerikaner geben sich gelasssen

          Experten sind sich einig, dass Nordkorea über einige Atomsprengköpfe verfügt, umstritten ist allerdings, ob das kommunistische Land auch in der Lage ist, diese auf Raketen aufzubringen. Auch das amerikanische Verteidigungsministerium reagierte gelassen auf Kims jüngste Ankündigungen. Nordkorea habe noch nicht gezeigt, dass es einen Atomsprengkopf auf eine Interkontinental-Rakete aufbringen könne, sagte ein Vertreter des Ministeriums. Ein Vertreter im Weißen Haus rief Nordkorea auf, alle „Provokationen“ zu vermeiden, die die Spannungen verschärfen könnten.

          Der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel könnten sich demnächst aber noch einmal deutlich verschärfen. Die Vereinigten Staaten und Südkorea starten voraussichtlich am Montag ihr jährliches gemeinsames Militärmanöver. Zehntausende Soldaten sollen daran beteiligt sein. Nordkorea sieht das als eine Provokation an.

          Weitere Themen

          Japan vor dem Notstand

          Kampf gegen Corona : Japan vor dem Notstand

          Japan hatte bislang eine eher liberale Antwort auf die Coronavirus-Pandemie. Das könnte sich nun zumindest für zwei Orte ändern. Denn der Druck auf Premierminister Abe wächst. Aus dem Inland und von außen.

          Topmeldungen

          Japans Premierminister Shinzo Abe im April in Tokio

          Kampf gegen Corona : Japan vor dem Notstand

          Japan hatte bislang eine eher liberale Antwort auf die Coronavirus-Pandemie. Das könnte sich nun zumindest für zwei Orte ändern. Denn der Druck auf Premierminister Abe wächst. Aus dem Inland und von außen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.