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Nordkorea : Die Tante, die die Säuberungen überstand

  • -Aktualisiert am

Weiterhin mächtige Frau in Nordkorea: Kim Kyong Hui Bild: AP

Ihr Mann wurde wegen Hochverrats hingerichtet - die Frau Jang Song-taeks aber, gleichzeitig Tante des Machthabers Kim Jong-un, scheint weiter zum engsten Machtzirkel Nordkoreas zu gehören. Die Säuberungen gehen indes weiter.

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          Die Tante des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, Kim Kyong Hui, hat offenbar trotz der Hinrichtung ihres Mannes Jang Song-taek ihre einflussreiche Stellung im Regime behalten und den Sturz ihres Ehegatten unbelangt überstanden. Jang Song-taek, der als zweitmächtigster Mann Nordkoreas galt, war in der vergangenen Woche wegen Hochverrats, Korruption und anderer Vergehen hingerichtet worden. Ihm wurde vorgeworfen, einen Staatstreich geplant zu haben.

          Am Wochenende wurde vermeldet, dass Frau Kim Kyong-hui einer Kommission für ein offizielles Staatsbegräbnis angehört, damit ist klar, dass sie noch zum inneren Machtzirkel gehört. Unterdessen wird anscheinend die Arbeiterpartei in Nordkorea von Anhängern des hingerichteten Jang Song-taek gesäubert.

          Südkoreanischen Zeitungen berichten, dass eine ganze Reihe nordkoreanischer Funktionäre und Geschäftsleute, die in China arbeiteten, in ihr Heimatland zurückbeordert wurden. Jang song-taek war auch für die Wirtschaftskontakte mit China zuständig. Der nordkoreanische Botschafter in Peking, der als ein Vertrauter des hingerichteten Jang Song-taek galt, werde aber auf seinem Posten belassen.

          China versetzt Streitkräfte in Bereitschaft

          Nach der Hinrichtung des Onkels des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, warnte die südkoreanische Präsidentin Park am Montag vor möglichen Provokationen aus Nordkorea. Es sei nicht sicher, in welche Richtung die Lage in Nordkorea sich entwickeln würde, sagte Park nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Yonhap. Südkorea müsse sich auf mögliche Feindseligkeiten einrichten. Park traf am Montag in Seoul mit ihren Sicherheitsberatern zusammen. Sie forderte die Streitkräfte zu erhöhter Wachsamkeit an der innerkoreanischen Land- und Seegrenze auf.

          China soll nach Berichten aus Südkorea seine Streitkräfte an der Grenze zu Nordkorea in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt haben. Der chinesische Außenminister Wang Yi sagte am Montag in Peking, in Nordkorea gebe es große Veränderungen. China beobachte die Entwicklung genau.

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