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Nach UN-Bericht : Nordkorea will atomar aufrüsten

  • Aktualisiert am

Der nordkoreanische Führer Kim Jong Un mit jubelnden Soldaten Bild: dpa

Nicht nur wegen der Hacker-Angriffe auf Sony steht Nordkorea am Pranger. Die Vereinten Nationen werfen dem Regime vom Kim Jung Un schwerste Menschenrechtsverletzungen vor. Pjöngjang reagiert auf gewohnte Weise.

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          Nach dem Vorwurf massiver Menschenrechtsverletzungen hat Nordkorea den massiven Ausbau seiner Atomstreitkräfte angekündigt. „Da nun die feindliche US-Politik offenkundig ist, in unsere Republik unter dem Deckmantel der Menschenrechte einzufallen, ist die Vorstellung einer atomwaffenfreien Koreanischen Halbinsel nicht länger haltbar“, erklärte ein Sprecher des Außenministerium nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA vom Samstag. Die Bemühungen, die Nuklearstreitkräfte zu stärken, würden in jeder Hinsicht verdoppelt.

          Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen hatten den Sicherheitsrat aufgefordert, Nordkorea wegen Menschenrechtsverbrechen vor dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) anzuklagen.

          Grundlage ist ein UN-Bericht, nach dem in dem isolierten Land systematisch gefoltert wird, politische Morde üblich sind, Hungersnöte herrschen und ein System von Gefangenen-Lagern ähnlich den Konzentrationslagern der Nazis unterhalten wird. Eine Klageerhebung des Sicherheitsrates ist jedoch unwahrscheinlich, da mit dem Veto Chinas gerechnet wird.

          Nordkorea weist Vorwürfe des FBI zurück

          Der Sprecher des Außenministeriums ging nicht auf Vorwürfe der amerikanischen Polizeibehörde FBI ein, hinter dem Hacker-Angriff auf das Medienunternehmen Sony stecke Nordkorea. Präsident Barack Obama hat angekündigt, auf den Angriff zu reagieren.

          Hintergrund ist der inzwischen abgesetzte Start des Films „The Interview“, eine Satire über ein Attentat auf Nordkoreas Herrschers Kim Jung Un. Hacker hatten wegen des Streifens Interna aus Firmen-Computern veröffentlicht und mit Anschlägen auf Kinos gedroht, die den Film zeigten.

          Nordkorea hat die Veröffentlichung als Akt des Krieges gewertet, aber jeden Zusammenhang mit den Hackergruppe Guardians of Peace (GoP, dt. „Wächter des Friedens“) zurückgewiesen.

          Sony wehrte sich gegen die Kritik Obamas, vor der Bedrohung eingeknickt zu sein. „Der Präsident, die Presse und die Öffentlichkeit irren sich, was den tatsächlichen Ablauf angeht“, sagte der Chef der amerikanischen Filmtochter Sony Pictures, Michael Lynton, dem Sender CNN. Sony kontrolliere nicht die Kinos und könne nicht darüber entscheiden, welche Filme gezeigt würden. „Daher widerspreche ich der Darstellung, dass sie ein Fehler war.“

          Die nordkoreanische Regierung forderte die Vereinten Staaten in der Hackeraffäre um die Nordkorea-Satire „The Interview“ zu gemeinsamen Ermittlungen auf. Washington „erhebt unbegründete Anschuldigungen und verleumdet uns“, teilte das Außenministerium am Samstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA mit. „Wir können beweisen, dass dieser Vorfall nichts mit uns zu tun hat.“ Sollte sich die amerikanische Regierung einer Zusammenarbeit verweigern, hätte dies „ernste Konsequenzen“.

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