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Nach Anschlagserie : „Wir haben in Thailand keinen Terrorismus“

  • Aktualisiert am

Soldaten vor dem Königspalast in Bangkok. Bild: AFP

Thailands Militärjunta möchte die ersten Verdächtigen ausgemacht haben, die hinter der schweren Anschlagserie der vergangenen Tage stecken sollen. Auch eine Festnahme gab es. Es soll sich aber nicht um Terrorismus handeln.

          Die thailändische Polizei geht von einem einzigen Drahtzieher der tödlichen Serie von Bombenanschlägen aus. Die Ermittler hätten bereits eine klare Vorstellung davon, wer der Kopf der Bombenleger sein könnte, sagte der stellvertretende Polizeichef Pongsapat Pongcharoen. „Die Vorfälle stehen in Verbindung, sie waren über viele Gebiete genau geplant und ausgeführt und von einer Person gelenkt“, sagte er.

          Die Polizei veröffentlichte am Samstagabend ein Phantombild eines Verdächtigen. Auch eine Festnahme habe es laut Pongsapat bereits gegeben, und zwar in Verbindung mit einem Brand in einem Supermarkt in der Stadt Nakhon Si Thammarat. Das Feuer stehe in Zusammenhang mit den Bombenanschlägen.

          Vorher hatte der Vize-Sprecher der thailändischen Polizei, Piyapan Pingmuang, gesagt: „Wir wissen, wer dahinter steckt“. Im Badeort Hua Hin, der am schwersten von der Anschlagsserie betroffen war, wurden demnach zwei Verdächtige für eine Befragung in Gewahrsam genommen.

          In der Provinz Nakhon Si Thammarat sei im Zusammenhang mit einem Brandanschlag Haftbefehl gegen einen Verdächtigen ausgestellt worden, führte der Sprecher aus. Er bekräftigte die Darstellung der Militärjunta, dass es sich bei den Anschlägen nicht um das Werk internationaler Terroristen gehandelt habe. „Ich bestätige nochmals, dass es ein Akt lokaler Sabotage war, nicht Terrorismus“, sagte der Polizeisprecher. „Wir haben in Thailand keinen Terrorismus.“

          Bloß kein Terrorismus

          Für Thailands Militärführung ist die Anschlagsserie ein Rückschlag. Nachdem sie sich 2014 an die Macht geputscht hatte, stellte sie sich als Garant für Stabilität und Sicherheit dar. Bereits bei dem schweren Anschlag auf einen Tempel im Zentrum von Bangkok vor einem Jahr haben die Generäle den Vorfall heruntergespielt und als einen "kriminellen Akt" bezeichnet. Damals waren 20 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen ethnische Chinesen. Hinter diesem Anschlag standen offenbar Uighuren. Zahlreiche Experten erkennen in der Tat durchaus eine politische Komponente.

          Alle diesbezüglichen Ermittlungen hat das Regime in Bangkok aber offenbar unter den Teppich gekehrt. Aus guten Grund: Thailands Wirtschaft ist seit dem Putsch 2014 ins Straucheln geraten. Ohne die mehr als 20 Millionen Touristen pro Jahr würde das Land in eine Rezession stürzen.

          Daher wiesen die Behörden auch Spekulationen, dass muslimische Rebellen aus dem äußersten Süden Thailands die jüngsten Anschläge begangen hätten, umgehend zurück. Sollte es sich doch um muslimische Rebellen handeln, wäre dies eine entscheidende Ausweitung ihres Kampfes gegen die Staatsführung des vornehmlich buddhistischen Landes. In der Unruheregion sind in den vergangenen zehn Jahren bei Anschlägen und bewaffneten Überfällen auf Sicherheitskräfte etwa 6000 Menschen getötet worden. Terrorismus gibt es in Thailand also durchaus: Nur spielt er sich meist außer Sichtweite der Touristen ab.

          Am Donnerstag und Freitag waren innerhalb weniger Stunden insgesamt elf Sprengsätze im Badeort Hua Hin, auf der Insel Phuket sowie im äußersten Süden Thailands explodiert, zudem gab es mehrere mutmaßliche Brandanschläge. Vier Thailänder wurden getötet und mehr als 30 weitere Menschen verletzt, darunter nach Angaben des Auswärtigen Amtes vier Deutsche.

          Wenige Tage vor den Anschlägen hatte die Militärführung in einer umstrittenen Volksabstimmung eine neue Verfassung absegnen lassen, die Kritiker als Versuch einer Zementierung der Militärherrschaft werten.

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