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Kommentar : Kleine Sprünge

Obwohl Indien neuerdings ein „guter Freund“ Amerikas ist, hat der indische Ministerpräsident Modi wahrscheinlich Hintergedanken zu diesem Verhältnis.

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          So schnell wie Indiens Ministerpräsident Modi ist wohl noch kein Politiker von einer Persona non grata zum „guten Freund“ Amerikas avanciert. Präsident Obama hat es sichtbar eilig, Delhi enger an Washington zu binden, um Chinas Expansionsdrang einzuhegen.

          Doch das wollen amerikanische Militärstrategen schon lange, und bisher hat Indien wenig Neigung gezeigt, sich in die ihm zugedachte Rolle zu fügen. Denn obwohl auch Modi das chinesische Gebahren im eigenen Hinterhof mit Argwohn verfolgt, hat in Delhi niemand ein Interesse an einem offenen Wettstreit mit Peking. Modi braucht den asiatischen Riesen als Investor, um der eigenen schwächelnden Wirtschaft auf die Beine zu helfen. Zudem ist das Vertrauen in die amerikanische Bereitschaft, Indien im Ernstfall beizustehen, gering.

          Modi wird eher versuchen, die Rivalität zwischen China und Amerika für sein Land zu nutzen. Wenn nun als Durchbruch gefeiert wird, dass Modi und Obama einem Abkommen den Weg ebnen, das ihre Vorgänger schon 2006 unterzeichneten, beweist das nur, dass keine großen Sprünge zu erwarten.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

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