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Japans neue Sicherheitspolitik : Das Ende der Bequemlichkeit

  • -Aktualisiert am

Schwenk in der Sicherheitspolitik: der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe in einer Aufnahme aus dem vergangenen Dezember Bild: AP

Über das Geschichtsverständnis der japanischen Regierung kann man viel Kritisches sagen. Doch dass ausgerechnet China daran Anstoß nimmt, ist infam.

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          Die Kritik vieler Japaner an der neuen Sicherheitspolitik ihrer Regierung ist verständlich. Sie markiert in der Tat das Ende der für Japan bequemen Nachkriegszeit. Das Land konnte (und sollte) sich hinter dem Verbündeten Amerika verstecken und mit eigenen Kräften nur noch für die Landesverteidigung sorgen. Die Zeiten haben sich geändert. Und dem trägt die Regierung Rechnung. Doch die Kritik, die ihr deswegen aus China entgegenschlägt, ist freilich heuchlerisch. Denn Peking hat durch eigenes Handeln entscheidend dazu beigetragen, dass Japans sicherheitspolitisches Umfeld sehr fragil geworden ist.

          Es ist infam, in diesem Zusammenhang eine „Militarisierung“ Japans nach dem Muster der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts anzuprangern. Über das Geschichtsverständnis der japanischen Regierung kann man viel Kritisches sagen. Aber die Neuausrichtung der Sicherheitspolitik hat damit nichts zu tun. Ministerpräsident Abe könnte es sich und seinem Volk leichter machen, wenn er von abstrusen Geschichtsbildern Abschied nähme und stattdessen die konkrete Gefahr durch China beschriebe.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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