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Kommentar : Radikalisierung in Malaysia

Juden und Christen verwenden wie Muslime das Wort „Allah“ für Gott. Mit ihrem Urteil haben die Richter in Malaysia nun das Band durchschnitten, das die große monotheistische Weltbewegung zusammenhält.

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          Was immer die Richter in Malaysia bewogen hat, den Christen die Benutzung des Wortes „Allah“ für Gott zu verbieten: Sie haben niemandem damit gedient. Mit dem Verbot leiten sie weiteres Wasser auf die Mühlen der radikalen Muslime, die für sich den alleinigen Besitz der „Wahrheit“ beanspruchen, die sie mit niemandem teilen wollen.

          Sie verschärfen ferner die Diskriminierung der Christen, die nun noch mehr als „Ungläubige“ stigmatisiert sind. Und das in einem Land wie Malaysia, das einst für seinen gemäßigten und pragmatischen Islam bekannt gewesen war. Vor allem aber verstoßen die Richter gegen ihre eigene Religion, und sie kennen nicht einmal den Sprachgebrauch des Arabischen, der Sprache des Islams. Arabische Juden und arabische Christen verwenden für Gott ebenfalls „Allah“.

          Denn das Wort heißt ja nichts anderes als „der Gott“. Mit ihrem Urteil durchschneiden die Richter also das Band, das die große monotheistische Weltbewegung – bei allen ihren unleugbaren Unterschieden – zusammenhält. Für das Zusammenleben der Menschen bedeutet das nichts Gutes.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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