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Kernwaffen : Nordkorea meldet erfolgreichen Test einer Wasserstoffbombe

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In Seoul verfolgen Südkoreaner die Nachricht vom angeblich ersten Wasserstoffbombentest im Nachbarland am Fernseher. Bild: AFP

Der kommunistische Staat hat nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe erfolgreich getestet. Erdbebenstationen registrierten seismische Erschütterungen im Testgebiet. Der UN-Sicherheitsrat hat eine Dringlichkeitssitzung einberufen.

          Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen weiteren Nukleartest unternommen. „Wir sind jetzt eine Atommacht, die ebenfalls eine Wasserstoffbombe hat“, hieß es in einer Erklärung. Es habe sich um eine „strategische Entscheidung„ unter Leitung des Staatsführers Kim Jong Un gehandelt.

          Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) hat eine Dringlichkeitssitzung einberufen. An diesem Mittwoch wollen die Mitglieder des Gremiums zusammentreten, um über das weitere Vorgehen zu beraten, sagte eine Sprecherin. „Auch wenn wir zur Zeit noch nicht bestätigen können, dass ein Test durchgeführt wurde, verurteilen wir jegliche Verletzung der UN-Resolutionen und rufen Nordkorea erneut auf, sich an internationale Vereinbarungen zu halten.“

          Auch das Büro des südkoreanischen Präsidenten berief eine Dringlichkeitssitzung ein. Das Land kündigte ein entschiedenes Vorgehen gegen Provokationen aus Nordkorea an. Japan hat den Versuch der Nordkoreaner scharf verurteilt. „Das ist eine ernste Bedrohung für die Sicherheit unseres Landes“, sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe an diesem Mittwoch in Tokio. Der Atomtest sei absolut nicht hinnehmbar.

          Zuvor hatten mehrere Bebenwarten eine Erschütterung in Nordkorea registriert. Die amerikanische Bebenwarte USGS hatte ein Beben der Stärke 5,1 gemeldet. Bei der südkoreanischen MET hieß es, es habe sich wohl um eine „menschengemachte Explosion“ gehandelt. Der Ort der Detonation liege etwa 50 Kilometer entfernt vom nordkoreanischen Atomtest-Gebiet, und das Epizentrum sei nahe der Erdoberfläche gewesen.

          Stärker als Atombomben

          Zuletzt hat Nordkorea 2013 einen Atomtest durchgeführt. Er hatte der amerikanischen Bebenwarte USGS zufolge ebenfalls Erschütterungen der Stärke 5,1 nach sich gezogen.

          Atombomben werden mit Plutonium oder Uran hergestellt. Bei einer Wasserstoffbombe verschmelzen unter anderem Deuterium und Tritium, schwere Isotope des Wasserstoffs, zu Helium. Ihre Sprengkraft ist um ein Vielfaches höher als die einer Atombombe. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte im vergangenen Monat angedeutet, sein Land besitze eine Wasserstoffbombe. Die Angaben wurden in Südkorea zunächst angezweifelt.

          Insgesamt sind bislang drei nordkoreanische Atomtests in der Vergangenheit bekannt. Die Vereinten Nationen haben wegen des Atomwaffen- und Raketenprogramms Sanktionen gegen das Land um seinen Machthaber Kim Jong Un verhängt.

          Zwischen dem kommunistischen Norden und dem demokratischen Süden herrscht seit dem Endes des Korea-Krieges 1950 bis 1953 formell noch Kriegzustand. Ende November hatten beide Länder erklärt, einen neuen Anlauf zur Entspannung nehmen zu wollen.

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