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Kaesong : Nord- und Südkorea im Prinzip einig

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Handschlag für die Kameras: der nordkoreanische Verhandlungsführer Park Chul-Soo (links) und der südkoreanische Delegationsleiter Seo Ho am Samstag nach einem Treffen an der Demarkationslinie in der entmilitarisierten Zone zwischen den beiden Ländern Bild: dpa

Nord- und Südkorea wollen ihre Wirtschaftsbeziehungen wieder aufnehmen: Nach langen Verhandlungen könnte die Industriezone Kaesong schon bald wieder geöffnet werden.

          Nord- und Südkorea haben sich nach schwierigen Verhandlungen am Sonntag im Prinzip darauf geeinigt, die gemeinsame Industriezone Kaesong wieder in Betrieb zu nehmen. Die in Nordkorea gelegene Zone liegt brach, seitdem Nordkorea im April alle 53.000 Arbeiter abgezogen hatte, die dort für südkoreanische Unternehmen arbeiten. Nachdem Nordkorea in letzter Zeit politische Verhandlungsbereitschaft in Richtung China und Vereinigte Staaten angezeigt hatte, ist nun auch im Verhältnis zu Südkorea eine Rückkehr zum Status Quo vor den Spannungen des Frühjahres möglich.

          Das Regime in Pjöngjang hatte mit Kriegsdrohungen auf Sanktionen reagiert, die die UN wegen eines dritten Atomtests verhängt hatten. Es bedrohte die Vereinigten Staaten mit einem Atomschlag und erklärte, es fühle sich nicht mehr an früher mit Südkorea getroffene Abmachungen gebunden. Die von Südkorea finanzierte Industriezone Kaesong ist eines der Projekte aus der Zeit der Entspannungspolitik, mit der Seoul Nordkorea wirtschaftlich unterstützen wollte.

          Empfindlicher Schaden für Nordkorea

          Den südkoreanischen Unternehmen ist durch die Schließung der Zone nach eigenen Angaben ein Schaden von 919 Millionen Dollar entstanden. Aber Nordkorea dürfte die Schließung empfindlicher getroffen haben. Die Löhne der Arbeiter, die diese zum Teil an den Staat abführen müssen, waren eine wichtige Devisen-Einnahmequelle. Nordkorea hat sich jetzt auf Drängen Südkoreas auch bereit erklärt, darüber zu sprechen, wie einseitige Schließungen der Zone in Zukunft vermieden werden können. Südkorea drängt Pjöngjang, eine Garantie für den künftigen ungestörten Betrieb auszusprechen. Das berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.

          Ob dies zu erreichen ist, ist zweifelhaft. Eine von Südkorea erschlossene und gemeinsam betriebene Tourismuszone auf nordkoreanischem Territorium ist seit fünf Jahren geschlossen, weil Nordkorea keine Sicherheitsgarantie für südkoreanische Touristen abgeben will. Die südkoreanische Regierung begrüßte die Einigung über Kaesong als wichtigen Schritt. Die Zone hätte nie geschlossen werden dürfen, hieß es. Die neue südkoreanische Präsidentin Park strebt eine Politik der Vertrauensbildung mit dem Norden an.

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