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Japan : Weitere Wasserpanne in Fukushima

Eine Panne nach der anderen: Tepco bekommt die Probleme nach der Havarie in Fukushima nicht in den Griff Bild: AP

Radioaktiv belastetes Regenwasser ist im Boden rund um den havarierten Atomreaktor in Fukushima versickert, weil mehrere Auffangbecken übergelaufen waren. Die IAEA prüft, wie weit die Dekontamination der Region fortgeschritten ist.

          In der Atomruine Fukushima ist radioaktiv verstrahltes Regenwasser aus knapp einem Dutzend Auffangbecken gelaufen. In dem nach starken Regenfällen bereits am Vortag übergelaufenen Wasser seien teilweise Strahlenwerte oberhalb der Grenzwerte gemessen worden, teilte der Betreiberkonzern, die Elektrizitätswerke von Tokio (Tepco), am Montag in Tokio mit. Eine unbestimmte Menge des verseuchten Wassers sei im Erdreich versickert. Es ist nach Angaben des Unternehmens aber unwahrscheinlich, dass es bis in den Pazifik geflossen ist, da außerhalb der Auffangbecken Wälle errichtet worden seien. Diese sollen verhindern, dass Wasser in Ableitungskanäle und ins Meer gelangt.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Seit Wochen mehren sich Pannen beim Umgang Tepcos mit den riesigen Mengen von rund 380.000 Tonnen radioaktiv belasteten Wassers, die in provisorischen Tanks auf dem Gelände gelagert werden. Die rund dreißig Zentimeter tiefen Auffangbecken für Regenwasser wurden um Hunderte der mehr als tausend Tanks errichtet, in denen Tepco das teilweise stark verstrahlte Wasser lagert. Das Wasser fällt an, weil die Reaktoren 1 bis 3 des Kraftwerks, in denen es im März 2011 nach dem schweren Erdbeben und Tsunami zur Kernschmelze gekommen war, mit gut 300 Tonnen Wasser täglich gekühlt werden müssen. Zudem fallen rund 400 Tonnen Grund- und Regenwasser an, die sich in den zerstörten Untergeschossen der Gebäude mit dem hochradioaktiv belasteten Kühlwasser mischen.

          IAEA in Tokio lehnt Stellungnahme ab

          Wenn sich Regenwasser in den Auffangbecken ansammelt, leitet Tepco es normalerweise in andere Behälter um und prüft die Strahlenbelastung, bevor das Wasser – wenn es nicht belastet ist – ins offene Meer abgelassen wird. Doch am Sonntag waren die Regenfälle so stark gewesen, dass bei einigen Tanks das Wasser über die Becken schwappte. Bei sechs davon wurde radioaktives Strontium-90 über dem Grenzwert von zehn Becquerel pro Liter gemessen. In einem Fall lag die Dosis sogar bei 710 Becquerel.

          Eine Delegation der Internationalen Atomenergie Agentur (IAEA) lehnte am Montag in Tokio eine Stellungnahme zu den neuen Pannen in Fukushima ab. Die Fachleute der IAEA hätten in der vergangenen Woche lediglich die Fortschritte bei der Dekontaminierung der Region um die Atomruine begutachtet, sagte der Vorsitzende der Gruppe, Juan Carlos Lentijo. Über die Zustände auf dem Gelände werde sich eine Delegation der IAEA Ende des Jahres informieren.

          Dass Lentijo trotz mehrfachen Nachfragens nicht bereit war, sich zu den aktuellen Ereignissen zu äußern und immer wieder darauf verwies, dass sich die nächste Delegation der IAEA darüber informieren werde, deutet darauf hin, dass die Kommunikation der Pannen durch Tepco und durch die japanische Regierung bislang unzureichend sein dürfte.

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