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Kriegsrecht ausgerufen : Wie gefährlich ist Thailand für Touristen?

  • -Aktualisiert am

Ein marokkanischer Tourist posiert am Montag in einem thailändischen Militärfahrzeug für ein Erinnerungsfoto. Bild: dpa

Nach einem monatelangen Machtkampf hat der thailändische Armeechef das Kriegsrecht erklärt. Das Land in Südostasien ist ein beliebtes Reiseziel. Wie gefährlich ist die Lage dort nun für Touristen?

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          Schon seit Monaten dauern die blutigen Unruhen in Thailand an. Bereits 28 Menschen kamen dabei ums Leben, Hunderte wurden verletzt. Nun hat die thailändische Armee das Kriegsrecht ausgerufen. Wie gefährlich ist es für Touristen jetzt in dem beliebten Urlaubsland? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

          Droht Gefahr für Touristen?
          Touristen müssen keine unmittelbare Gefahr fürchten. Die Lage in der Hauptstadt Bangkok könnte durch das Kriegsrecht sogar noch sicherer werden. Denn das Auswärtige Amt warnt lediglich davor, sich Menschenmassen zu nähern, weil es dort zu Ausschreitungen kommen könnte. Durch das Kriegsrecht sollen solche Ansammlungen jedoch verhindert werden. Es ist seit Dienstag eher unwahrscheinlicher geworden, dass Touristen mit Menschenaufläufen in Kontakt geraten.

          Die Warnung vor Ansammlungen galt übrigens bereits, bevor das Kriegsrecht ausgerufen wurde. Es sei schon in den letzten zwei bis drei Jahren gelebte Praxis gewesen, solchen Versammlungen bei Ausflügen aus dem Weg zu gehen, sagt Mathias Brandes, Sprecher des Reiseveranstalters Thomas Cook.

          Die Auseinandersetzungen konzentrieren sich sehr stark auf die Hauptstadt Bangkok; in anderen Teilen des Landes, zum Beispiel in den Touristengebieten, ist die Lage unverändert. Man stehe in ständigem Austausch mit den Reiseleitern vor Ort, um notfalls schnell reagieren zu können, so Tui-Sprecherin Anja Braun gegenüber FAZ.NET.

          Eine latente Gefahr droht aber trotzdem. Durch das ausgerufene Kriegsrecht könnte die Konfrontation zwischen den Konfliktparteien weiter zunehmen. Die Gesamtsituation könnte sich dadurch weiter verschärfen.

          Gibt es Probleme bei der Anreise oder mit der Infrastruktur vor Ort?
          Am internationalen Flughafen Suvarnabhumi Airport in Bangkok läuft der Betrieb normal. Die Flüge ins In- und Ausland finden planmäßig statt, Probleme bei Umstiegen sind nicht zu erwarten. Wer in der Hauptstadt zum Flughafen fahren möchte, sollte allerdings vorsichtshalber frühzeitig dorthin fahren.

          In den thailändischen Touristenzentren wie Phuket ändert sich durch die Lage in Bangkok nichts. Bei organisierten Transfers wird von den Reiseveranstaltern höchstens mehr Zeit eingeplant, wenn es nach Einschätzung der Mitarbeiter vor Ort erforderlich ist.

          Gibt es Einschränkungen im Urlaub?
          Nach Angaben von Tui-Sprecherin Braun müssen die Gäste nicht mit Leistungseinschränkungen in ihrem Urlaub rechnen. In den Badeorte gebe es keine Veränderungen, die Sehenswürdigkeiten seien geöffnet und Ausflüge könnten wie gewohnt stattfinden. Die Wintersaison, die Hauptreisezeit für Fernreisen, ist bereits zu Ende. Deswegen sind ohnehin nicht mehr übermäßig viele deutsche Touristen in Thailand.

          Können Flüge storniert werden?
          Für die Reiseveranstalter ist die Einschätzung des Außenministeriums entscheidend. Wenn dieses eine Reisewarnung herausgibt, reagieren die Veranstalter. Bei einer leichten Warnung werden die Reisenden darüber informiert. Droht Gefahr für Leib und Leben, werden die Gäste nach Deutschland ausgeflogen, erklärt Alltours-Sprecher Stefan Suska. Geplante Reisen werden dann storniert oder können umgebucht werden. Für die Urlauber fallen dadurch keine Kosten an, für ausgefallene Urlaubstage erhalten sie Entschädigungszahlungen.

          Bislang warnt das Auswärtige Amt allerdings lediglich vor räumlicher Nähe zu Kundgebungen und Demonstrationen. Dieser Hinweis war schon in den vergangenen Wochen immer wieder veröffentlicht worden. Durch die jüngste Entwicklung wurden die Reisehinweise bis auf Weiteres nicht verschärft.

          Eine Stornierung oder ein Abbruch der Reise müsste beim momentanen Stand der Lage also selbst bezahlt werden. Nach Angaben der Reiseveranstalter hat aber bislang noch kein Urlauber diesen Wunsch geäußert.

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