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Islamisten in Afghanistan: Zwischen Angst und Anziehung

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Jemen
Nigeria

Afghanistan

und Pakistan

Algerien, Tunesien und Libyen

Syrien und

Irak

Ägypten

(Sinai)

Algerien, Tunesien, Libyen
Im Oktober 2014 verkündet der „Schura-Rat der Islamischen Jugend“ in der libyschen Stadt Darna seine Loyalität zum IS, wenige Monate später setzt sich die Terrororganisation in Sirte fest. Im Februar 2015 verbreitet der IS ein Video, das die grausame Ermordung von 21 Christen nahe der Stadt zeigt. Auch in den Nachbarländern Algerien und Tunesien berufen sich einzelne Dschihadistengruppen auf den IS. Etwa 3000 Tunesier kämpfen in der Levante unter dem Banner Bagdadis.
Nigeria
Anfang März 2014 schwört Boko-Haram-Führer Abubakar Shekau IS-Führer Abu Bakr al Bagdadi die Treue. Seine Gruppe war militärisch in Bedrängnis geraten–es drohte der Beginn einer Bodenoffensive durch nigrische und tschadische Truppen. Es wird bezweifelt, dass Boko Haram und der IS tatsächlich kooperieren. Boko Haram scheint aber die Methoden des IS schon länger genau zu studieren und zu imitieren.
Ägypten (Sinai)
Im November 2014 unterstellt sich die ägyptische Terrorgruppe Ansar Beit al Maqdis dem IS und nennt sich in „Provinz Sinai“ um. Mittlerweile ist es der Gruppe gelungen, zur gefährlichsten Terrororganisation des Landes aufzusteigen. Sie nimmt für sich in Anspruch, für den Absturz eines voll besetzten russischen Passagierflugzeugs am 31. Oktober 2015 verantwortlich zu sein. Unbestritten gehen andere spektakuläre Terrorangriffe auf das Konto der Gruppe, etwa auf das italienische Konsulat im Herzen von Kairo. Vor allem aber setzen die Dschihadisten der ägyptischen Armee zu, die einen verlustreichen Kampf auf dem Sinai führt.
Syrien und Irak
Seit 2014 kontrolliert die Terrormiliz „Islamischer Staat“ große Gebiete im Irak und in Syrien. Am 29. Juni des Jahres ernennt sich ihr Anführer, Abu Bakr al Baghdadi, zum Kalifen des Territoriums. Er hatte sich im April 2013 von Al-Qaida-Führer Ayman al Zawahiri losgesagt. Danach wurde seine Truppe in Syrien zu einem mächtigen Rivalen der Nusra-Front, des von Abu Muhammad al Dschaulani geführten syrischen Al-Qaida-Ablegers. Der Vormarsch des IS wird mit internationaler Hilfe, Luftangriffen der amerikanisch geführten Koalition und von Iran unterstützten schiitische Milizen gebremst. Doch gelingt es trotz Geländeverlusten nicht, die Miliz entscheidend zu schwächen. Mit Hilfe effektiver Propaganda und Logistik gelingt es dem IS fortwährend, neue Kämpfer aus Afrika, Asien und Europa anzuwerben und auch zu Anschlägen außerhalb seines Einflussgebietes zu motivieren.
Jemen
Im Februar 2015 verkündet die Dschihadisten-Gruppe „Ansar al Scharia“, künftig IS-Führer Bagdadi zu folgen und in seinem Namen Anschläge zu verüben. Für die jemenitische Al-Qaida-Filiale ist damit Konkurrenz auf sicher geglaubtem Terrain entstanden.
Afghanistan und Pakistan
Der IS verkündet am 26.1.2015 in einer Audiobotschaft die „Expansion des Islamischen Staats nach Khurasan“ (eine historische Bezeichnung für eine Region, die das heutige Afghanistan, Teile Pakistans und Teile Zentralasiens einschließt). Ein afghanischer und ein pakistanischer früherer Talibankommandeur werden zum Gouverneur und Vizegouverneur der neuen „Provinz“ ernannt.
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