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Urteil wegen Drogenhandels : Indonesien beharrt auf Todesstrafe für Franzosen

  • Aktualisiert am

Nicht zuständig: Das Verwaltungsgericht in Jakarta wies Einspruch des Verurteilten zurück. Bild: AP

Weil er in einem Drogenlabor gearbeitet haben soll, droht einem Franzosen in Indonesien die Todesstrafe. Seine Anwälte und Frankreich versuchen, die Hinrichtung zu stoppen - bislang ohne Erfolg.

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          Ein Verwaltungsgericht in Indonesien hat den Einspruch eines wegen Drogendelikten zum Tode verurteilten Franzosen zurückgewiesen. Der 51 Jahre alte Mann hatte gegen die Entscheidung von Präsident Joko Widodo Berufung eingelegt, sein Gnadengesuch abzulehnen. Die Richter teilten am Montag mit, es falle nicht in ihre Zuständigkeit, einen Beschluss des Staatschefs zu überprüfen. Die Verteidiger suchen nach eigenen Angaben nun nach anderen rechtlichen Möglichkeiten, die Hinrichtung zu stoppen. Auch sein Heimatland Frankreich macht weiter Druck.

          Der Franzose war 2007 zum Tode verurteilt worden, weil er in einem Drogenlabor gearbeitet haben soll, das Ecstasy herstellte. Er sei dort lediglich als Schweißer tätig gewesen, hatte er in dem Prozess beteuert.

          „Wir setzen uns vollständig für unseren Mitbürger ein“, sagte Außenminister Laurent Fabius am Montag. Sein Land sei „überall und unter allen Umständen“ gegen die Todesstrafe.

          Der 51-Jährige sollte bereits im April zusammen mit acht ebenfalls wegen Drogenvergehen zum Tode verurteilten Angeklagten hingerichtet werden. Wegen des Einspruchs hatte ein Gericht seine Exekution aufgeschoben. Die anderen Verurteilten - zwei Australier, vier Nigerianer, ein Brasilianer und ein Indonesier -, waren trotz internationaler Proteste vor ein Erschießungskommando gestellt worden. Indonesien ist eines von rund 30 Ländern, in denen auf Drogenverbrechen die Todesstrafe steht.

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