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Todesstrafe für Drogenhändler : Australien will Hinrichtung mit neuem Angebot verhindern

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Über neun Jahre inhaftiert: Andrew Chan (rechts) und Myuran Sukumaran beraten sich im Oktober 2010 mit ihrem Anwalt in ihrem damaligen Gefängnis auf Bali Bild: dpa

Australien kämpft um das Leben zweier Drogenschmuggler, die in Indonesien zum Tode verurteilt wurden. Bisher beharrt Indonesien auf deren Hinrichtung. Jetzt hat Canberra ein ungewöhnliches Angebot unterbreitet.

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          Australien zieht alle Register, um die bevorstehende Hinrichtung zweier Landsleute in Indonesien zu verhindern. Premierminister Tony Abbott warnte am Donnerstag im Parlament, es könne nicht im Interesse des Nachbarlandes sein, die wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilten Andrew Chan und Myuran Sukumaran hinzurichten. Außenministerin Julie Bishop bot an, die beiden Männer gegen drei Indonesier aus australischen Gefängnissen auszutauschen.

          Abbott hatte zuvor auch moralische Argumente vorgebracht: Er erinnerte Indonesien im Februar an die Tsunami-Hilfe, die Australien vor zehn Jahren geleistet hatte, und forderte, die Hinrichtung auszusetzen. In Indonesien löste das einen Proteststurm aus. Präsident Joko Widodo sah darin eine ungehörige Einmischung. Er lehnte bisher alle Gnadengesuche ab.

          Erschießung mehrerer Ausländer geplant

          Chan und Sukumaran sollen in den kommenden Tagen auf der Insel Nusakambangan vor ein Erschießungskommando gestellt werden. Ein genauer Termin ist noch nicht bekannt. Mit ihnen sollen mehrere weitere Ausländer hingerichtet werden, unter ihnen ein Brasilianer und ein Franzose.

          Mit einer Mahnwache vor dem Parlament protestierten australische Abgeordnete am Donnerstag gegen die Hinrichtung. Es gebe Bestechungsvorwürfe im Zusammenhang mit dem ersten Verfahren, sagten Bürgerrechtler und appellierten an die Indonesier, die Vollstreckungen zumindest auszusetzen. Es gab aber auch Demonstrationen für die Hinrichtung von Rauschgiftschmugglern.

          Chan und Sukumaran hatten ihre Rolle bei dem versuchten Schmuggel von 8,3 Kilogramm Heroin 2005 zugegeben. Sie sagen aber, sie hätten ihr Leben im Gefängnis grundlegend geändert.

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