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Deutsche-Welle-Mitarbeiterin : Sieben Jahre Haft für chinesische Journalistin

  • Aktualisiert am

Bild: AP

Das Urteil zeigt, was Chinas Dissidenten unter Präsident Xi droht: Wegen Verrats von Staatsgeheimnissen soll die 71 Jahre alte Gao Yu sieben Jahre ins Gefängnis. Die kritische Journalistin berichtete auch für die Deutsche Welle.

          Ein Pekinger Gericht hat die kritische chinesische Journalistin Gao Yu wegen Geheimnisverrats zu sieben Jahren Haft verurteilt. „Wir sind sehr enttäuscht“, sagte Gaos Anwalt Shang Baojun am Freitag. Die 71 Jahre alte Gao werde Berufung einlegen. Vor Gericht hatte Shang kritisiert, seiner Mandantin sei mit Drohungen gegen ihren Sohn ein Geständnis abgepresst worden.

          Im Prozess war ein neues, strengeres Gesetz zum Schutz von Staatsgeheimnissen angewendet worden. Die Staatsanwaltschaft hatte Gao Yu vorgeworfen, ein „hoch vertrauliches Dokument“ an Kräfte im Ausland gegeben zu haben. Beobachter meinten, es könne sich um das „Dokument Nr. 9“ gehandelt haben. Darin wird vor den Gefahren einer Pressefreiheit nach westlichem Vorbild und universellen Menschenrechten gewarnt.

          Mitarbeiterin der Deutschen Welle

          Die Journalistin, die bis 1999 wegen eines ähnlichen Vorwurfs sechs Jahre in Haft gesessen hatte, durfte in China schon lange nicht mehr publizieren. Sie schrieb aber für ausländische Medien wie den chinesischen Dienst des deutschen Auslandssenders Deutsche Welle (DW). Der Sender hatte bis zuletzt auf die Freilassung der Journalistin gehofft.

          Gao war Ende April vergangenen Jahres verschwunden, einen Monat später bekannte sie im Staatsrundfunk, sie habe einen „Fehler“ begangen. Diese Äußerung wurde vor Gericht als Beweis für ihre Schuld angeführt. Die Organisation Reporter ohne Grenzen sowie Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International kritisierten Gaos Festnahme.

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