https://www.faz.net/-gq5-79fy1

Cyberangriff in Australien : Baupläne für neue Geheimdienstzentrale offenbar gestohlen

  • Aktualisiert am

Chinesische Hacker sollen die Baupläne der neuen Geheimdienstzentrale in Australien gestohlen haben. Die Regierung in Canberra lehnte eine Stellungnahme zu dem Cyberangriff ab.

          Hacker aus China haben sich offenbar die Baupläne der neuen Geheimdienstzentrale in Australien besorgt. Bei einem Cyberangriff von einem chinesischen Server aus seien Dokumente über die Verkabelung des Gebäudes, über die Raumanordnung und Ausstattung mit Informationstechnik gestohlen worden, berichtete der Sender ABC am Dienstag. Außenminister Bob Carr sagte, die Regierung sei von den „Spekulationen“ nicht überrascht. Eine Stellungnahme, ob er Peking für den mutmaßlichen Hackerangriff verantwortlich mache, lehnte er ab. Ministerpräsidentin Julia Gillard sprach von „unbegründeten Berichten“.

          Laut der ABC-Enthüllungen wurden die Dokumente von einer Firma gestohlen, die beim Bau der Geheimdienstzentrale beteiligt war. Sicherheitsexperten mutmaßten in der Sendung, die Cyberattacke sei für eine Kostenexplosion und für die Verzögerung der eigentlich für April geplanten Gebäudeeröffnung verantwortlich. Aus den Plänen gehe hervor, in welchen Räumen vermutlich sensible Gespräche stattfinden würden und wie man Wanzen anbringen könne, wurde der Verteidigungsexperte Des Ball zitiert.

          Chinesische Hackerangriffe häufen sich

          In der jüngeren Vergangenheit häuften sich Berichte über aus Peking gesteuerte Hackerangriffe. 2011 wurden angeblich die Computer des australischen Regierungschefs, des Außen- und des Verteidigungsministers ausspioniert, auch dahinter sollen Chinesen gesteckt haben. Wegen des Verdachts auf Industriespionage wurde der chinesische Telekomgigant Huawei 2012 vom Bieterwettbewerb für die Breitbandversorgung ausgeschlossen. In diesem Jahr wurde das Computersystem der australischen Notenbank gehackt, was von einigen Experten auf eine Infizierung durch eine Spionagesoftware aus China zurückgeführt wurde.

          Außenminister Carr bemühte sich, die Tragweite der neuen Berichte herunterzuspielen. Die Spekulationen hätten „absolut keine Auswirkungen auf eine strategische Partnerschaft“ mit Peking. „Wir haben mit China enorme Kooperationsfelder“, sagte der Chefdiplomat.

          Weitere Themen

          Tausende protestieren gegen rechte Demo Video-Seite öffnen

          Kassel : Tausende protestieren gegen rechte Demo

          Die Stadt Kassel war vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof mit dem Versuch gescheitert, den Aufmarsch der Rechtsextremen der Kleinstpartei „Die Rechte“ zu verbieten.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.