https://www.faz.net/-gq5-7qw3p

China : Oberster Korruptionsjäger verschwunden

  • -Aktualisiert am

Wang Qishan, Leiter der Disziplinarkommission der Kommunistischen Partei Bild: dapd

Seit einem Jahr führt Wang Qishan eine Kampagne gegen die Korruption in der Kommunistischen Partei. Nachdem der bisher ranghöchste chinesischen Politiker wegen Korruption abgesetzt wurde, ist nun auch er verschwunden.

          1 Min.

          Einen Tag, nachdem mit Su Rong, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Nationalen Konsultativkonferenz, der bisher ranghöchste chinesische Politiker wegen Korruption abgesetzt wurde, mehren sich im chinesischen Internet die Spekulationen über Chinas obersten Korruptionsbekämpfer. Wang Qishan, der Leiter der gefürchteten Disziplinarkommission der Partei, habe sich vom 19. Mai bis 21. Juni nicht in der Öffentlichkeit gezeigt.

          In Internetkommentaren, die am Donnerstag schnell gelöscht wurden, hieß es, es sei sehr ungewöhnlich, dass einer der mächtigsten Politiker Chinas sich so lange nicht zeigt. Die chinesische Parteiführung gibt üblicherweise nicht bekannt, ob ihre Spitzenfunktionäre erkrankt sind. Wang Qishan ist Mitglied im mächtigsten Gremium Chinas, dem Ständigen Ausschuss des Politbüros der Partei.

          Auf Geheiß von Parteichef Xi Jinping führt Wang Qishan seit einem Jahr eine Kampagne gegen die Korruption in der Partei, die alle bisherigen derartigen Kampagnen in den Schatten stellt. Nach dem Motto, dass nicht nur „Fliegen“ , sondern auch „Tiger“ belangt werden sollen, sind eine Reihe ranghoher Kader abgesetzt und verhaftet worden, einige befinden sich noch in Gewahrsam der Parteiermittler.

          Internet-Nutzer spekulierten, ob Wang Qishans kurzfristiges Verschwinden mit einer Ermittlung gegen einen ganz großen „Tiger“ zu tun hat. Seit Monaten gibt es Hinweise darauf, dass Wang Qishan gegen Zhou Yongkang, ein früheres Politbüromitglied, vorgehen will. Gegen Zhou Yongkangs Sohn und viele Angehörige von Zhou Yongkangs Seilschaft wird bereits ermittelt. Zhou Yongkang und seine Familie sollen ein weites Geschäftsnetz kontrolliert und ein Milliarden-Vermögen angehäuft haben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Auf Truppenbesuch: Wolodymyr Selenskyj

          Ukraine-Konflikt : Kiews West-Offensive

          Angesichts des russischen Truppenaufmarsches sucht der ukrainische Präsident Selenskyj die Nähe zu EU und Nato. Kann er so das Blatt im Osten seines Landes wenden?
          September 2020: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verfolgt im Bayerischen Landtag eine Rede von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

          Die K-Frage der Union : Söder muss nur noch zuschauen

          Die Unterstützung in der CDU für die Kanzlerkandidatur von Armin Laschet bröckelt Stück für Stück. Umso entschlossener wirkt die CSU. Die christsoziale Kampfmaschine funktioniert reibungslos.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.