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China : Peking bricht das Schweigen über die Kulturrevolution

Chinesische Soldatinnen vor einem 32 Meter hohen Mao Tse-tung Denkmal in Changsha Bild: AFP

Millionen Menschen kamen während der Kulturrevolution in China ums Leben. Fünfzig Jahre nach Beginn der staatlich angeordneten Hetzjagd bezeichnet eine Parteizeitung diese nun erstmals als „Fehler in Theorie und Praxis“.

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          Fünfzig Jahre nach Beginn der Kulturrevolution hat die wichtigste Zeitung der Kommunistischen Partei Chinas diese als Fehler in Theorie und Praxis bezeichnet. Das KP-Sprachrohr „Volkszeitung“ warnte davor, die historischen Lehren aus der Katastrophe zu vergessen. China werde niemals erlauben, dass sich die Kulturrevolution wiederhole, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Kommentar.

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Am Montag, dem Jahrestag des Beginns der Kulturrevolution, hatte es wie in den Jahren zuvor keine offiziellen Gedenkveranstaltungen für die Opfer des von 1966 bis 1976 dauernden Furors unter Führung Mao Tse-tungs gegeben. Auch die meisten chinesischen Medien hatten die dunkelste Periode in der Geschichte der Volksrepublik nicht erwähnt, in der 36 Millionen Chinesen als vermeintliche Konterrevolutionäre verfolgt worden waren.

          Historiker schätzen, dass Millionen Menschen durch die staatlich angeordnete Hetzjagd ums Leben kamen. Mit der Säuberungskampagne wollte Mao seine Feinde beseitigen und das Land ideologisch gleichschalten. In der „Volkszeitung“, die jetzt Kritik an der Kulturrevolution übt, hatte Mao am 16. Mai 1966 verkündet, bourgeoise Kräfte hätten die Kommunistische Partei unterwandert. Damit stachelte er Schüler und Studenten im ganzen Land an, vermeintlich kapitalistische Funktionäre anzugreifen.

          Angesichts einer Machtkonzentration und eines seit Mao nicht mehr dagewesenen Personenkults um den derzeitigen Staats- und Parteichef Xi Jinping haben manche Beobachter Parallelen zwischen Xi und der Herrschaft Maos gezogen. In der vergangenen Woche hatte eine Veranstaltung mit sogenannten roten Liedern aus dieser Zeit in der Großen Halle des Volkes in Peking für Empörung gesorgt. Angehörige der Opfer von damals und Intellektuelle hatten von einer Wiederbelebung der Kulturrevolution gesprochen. Die „Volkszeitung“ hat nun die Chinesen aufgefordert, das 1980 von dem damaligen Führer und späteren Reformer Deng Xiaoping gefällte Urteil über die Zeit zu akzeptieren, wonach die Kulturrevolution Chaos in Partei, im Land und unter den Leuten jeder ethnischen Zugehörigkeit hervorgebracht habe.

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