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Nordkoreas Aufrüstung : Die Welt schaut nur zu

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Seltener Einblick: Diktator Kim Jong-un reagiert auf einen Raketentest. Die Aufnahme wurde im Juni von Nordkoreas Nachrichtenagentur veröffentlicht. Bild: Reuters

Nordkorea lässt sich auch von China nicht von seinem Nuklearprogramm abbringen. Peking ist ratlos, Washington fordert schärfere Sanktionen. Die Spannungen in der Region steigen weiter.

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          Nordkorea ist im Begriff, ein größeres U-Boot zu bauen, von dem aus Raketen gestartet werden können. Das legen neueste Satellitenaufnahmen nahe. Nordkorea würde damit sein Raketen- und Atomprogramm ausbauen, und abermals können seine Nachbarn und die internationale Gemeinschaft nur zusehen, wie die militärischen und nuklearen Fähigkeiten von Nordkoreas Diktator Kim Jong-un weiter wachsen.

          Ratlos zeigt sich auch China, wie es mit Nordkorea umgehen soll. Denn nicht nur verweigert der 32 Jahre alte Kim Jong-un stur die Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Verhandlungen über Nordkoreas Atomprogramm, aus denen das Land 2009 ausgetreten ist und deren Wiederaufnahme China noch immer gebetsmühlenartig fordert. Er provoziert auch den großen Nachbarn und die ehemalige Schutzmacht mit seinen Atom- und Raketentests an Tagen, die China wichtig sind. So hat Kim Jong-un den letzten Atomtest während des Treffens der G20 im chinesischen Hangzhou zünden lassen, als sich China als neuer Dirigent auf der internationalen Bühne präsentieren wollte.

          Nordkorea unterläuft Pekings Kurswechsel

          Das war auch eine bewusste Brüskierung des chinesischen Präsidenten Xi Jinping, dem Kim Jong-un mit dem Atomtest vorführte, dass er sich von chinesischer Kritik an seiner Politik nicht beeindrucken lässt. Xi Jinping hatte zu Beginn seiner Amtszeit vor vier Jahren, als er eine Annäherung an Südkorea einleitete, auch einen Kurswechsel gegenüber Nordkorea vollzogen. Er besuchte, entgegen traditioneller Gepflogenheiten, Südkorea, bevor er sich in Nordkorea zeigte. Die Beziehungen zu Südkorea wurden weiter vertieft, als die südkoreanische Präsidentin Park im vergangenen Oktober zur großen Militärparade nach Peking reiste. Xi Jinping äußerte sich selbst in offiziellen Gesprächen mit Staatsgästen abfällig über Kim Jong-un.

          Nordkorea aber unterlief mit den Atomtests im Januar und September 2016 Xi Jinpings Politik. Südkorea wandte sich als Folge der Atomtests von China ab und ging auf die Vereinigten Staaten zu; dabei stimmte es der Stationierung des amerikanische Thaad-Raketenabwehrsystems zu. China reagierte verärgert und lässt seither die Beziehungen zu Südkorea abkühlen; denn China sieht das Raketenabwehrsystem in Südkorea als eine Bedrohung gegen sich, da die Vereinigten Staaten mit Thaad weit in das chinesische Territorium hinein spionieren können.

          „Xi Jinping hat sein Gesicht verloren“

          Nordkoreas jüngste Atomtests haben also nicht allein die Fruchtlosigkeit der chinesischen Nordkorea-Politik vorgeführt; sie haben China durch Thaad zudem ein neues Sicherheitsproblem beschert. Daher sagt ein europäischer Diplomat in Peking, Xi Jinpings Nordkorea-Politik sei gescheitert, und der chinesische Parteichef habe sein Gesicht verloren.

          Immer wieder spielt Nordkorea mit den Muskeln. Dieses Bild von Anfang August soll einen Raketenstart auf nordkoreanischem Territorium zeigen.

          Auch Chinas größte Autorität in Nordkorea-Fragen, Zhang Liangui von der Forschungsstelle der Parteihochschule in Peking, gesteht ein, dass alle Anstrengungen und politischen Maßnahmen, die China ergriffen hat, erfolglos geblieben sind. Für China sei es unmöglich, einen Erfolg zu verbuchen, solange es bei der bisherigen Politik gegenüber Nordkorea bleibe. Da China keine eigene Antworten finden könne, lautet nun die offizielle Linie der chinesischen Regierung und ihrer Berater, dass die Frage der De-Nuklearisierung Koreas ganz an den Vereinigten Staaten hänge.

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