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Atomkonflikt : Nordkorea produziert offenbar wieder Plutonium

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Im nordkoreanischen Yongbyon, hier auf einem Bild aus dem Jahr 1992, existiert seit 1967 ein nuklearer Forschungsreaktor. Bild: AFP

Pjöngjang hat nach Angaben eines amerikanischen Geheimdienstes die Produktion von Plutonium wieder aufgenommen. Aus dem Reaktor Yongbyon könne binnen „wenigen Wochen oder Monaten“ Plutonium verfügbar sein.

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          Das kommunistische Nordkorea hat nach Angaben des amerikanischen Geheimdiensts die Produktion von Plutonium wieder aufgenommen. Aus dem Reaktor Yongbyon könne binnen „wenigen Wochen oder Monaten“ Plutonium verfügbar sein, erklärte Geheimdienstkoordinator James Clapper am Dienstag. Das Material könnte für Atomwaffen verwendet werden. Die UN haben wegen des nordkoreanischen Atomprogramms Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen das Land verhängt.

          Die Staatsführung Nordkoreas hatte den Reaktor Yongbyon, in dem Plutonium hergestellt wird, im Dezember 2002 enthüllt. Einige Jahre später wurde der Reaktorkomplex wieder dichtgemacht. Im Sommer 2013 zeigten aber Satellitenfotos, dass Nordkorea die Atomanlage wieder hochgefahren hatte.

          Clapper schrieb nun im Jahresbericht zu weltweiten Sicherheitsbedrohungen, dass Nordkorea seinen Reaktor lange genug habe laufen lassen, um schon bald über Plutonium verfügen zu können.

          Nordkorea hatte am Wochenende trotz internationaler Warnungen eine Rakete getestet. Die Trägerrakete habe den „neu entwickelten Erdbeobachtungssatelliten Kwangmyongsong-4 (leuchtender Stern) erfolgreich auf seine Erdumlaufbahn gebracht“, hatte die nordkoreanische Raumfahrtbehörde verkündet. Die Weltgemeinschaft sieht dies als verdeckten Test einer ballistischen Langstreckenrakete, die Atomwaffen tragen könnte.

          Nach Angaben des südkoreanischen Militärs erreichte vermutlich ein Objekt den Orbit, doch seien weitere Analysen des Flugs nötig. Die Rakete habe vermutlich eine Reichweite von bis zu 13.000 Kilometern gehabt und könnte somit theoretisch das amerikanische Festland erreichen, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Militärvertreter. Nordkoreas Raumfahrtbehörde hatte den Start als Ausübung des „legitimen Rechts auf die Weltraumforschung zu unabhängigen und friedlichen Zwecken“ verteidigt.

          Erst vor einem Monat hatte der vierte nordkoreanischer Atomtest weltweit Empörung ausgelöst. Pjöngjang hatte behauptet, eine Wasserstoffbombe gezündet zu haben. Diese Angaben werden von internationalen Fachleuten jedoch bezweifelt.

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