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Wirtschafts-Kooperation : Auf des Kaisers Spuren

  • -Aktualisiert am

Der Kreis der Großen: Obama, Putin und Gastgeber Xi Jinping in Peking Bild: AFP

Chinas Präsident Xi Jinping inszeniert den Apec-Gipfel als Beginn seiner eigenen Ära. Erst hat er im Innern seine Macht konsolidiert, nun markiert er außenpolitisch sein Revier.

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          Die versammelten Manager der internationalen Konzerne staunten nicht schlecht, als sie als Begrüßungsgeschenk beim Apec-Treffen in Peking ein gewichtiges Buch mit dem Porträt des chinesischen Präsidenten vorfanden. „Haben Sie auch schon ihren Xi gelesen?“ wurde gescherzt. Die wenigsten hatten, doch allein die Tatsache, dass der chinesische Gastgeber jeden Teilnehmer eines internationalen Wirtschaftstreffens mit so einem Werk beglückte, war schon Gesprächsstoff genug.

          Unter dem Titel „China regieren“ sind hier Reden des chinesischen Staats- und Parteichefs über so unterschiedliche Themen wie Ideologie und Ökologie gesammelt. Es ist aufgemacht wie einst die „Gesammelten Werke“ des Großen Vorsitzenden Mao Tse-tung. Von einem glänzend weißen Umschlag strahlt ein Porträt eines wohlwollend lächelnden Xi Jinping, der mit einer Art Heiligenschein umrandet ist. Das Werk beginnt mit privaten Fotos aus Xis Leben, von seiner Studentenzeit bis heute und endet mit einem Aufsatz eines anonymen Autors, in dem Xi Jinping als „Mann des Volkes“ gefeiert wird.

          Selbstbewusstsein in Buchform

          Solche Bücher würden doch sonst erst am Ende einer Amtszeit oder nach dem Tod eines Führers veröffentlicht, wunderte sich ein amerikanischer Geschäftsmann beim Pekinger Apec-Treffen. Tatsächlich ließen sich Chinas Revolutionsführer Mao oder auch die nordkoreanischen Diktatoren Kim Il-sung und Kim Jong-il erst spät in solchen Büchern feiern. Xi Jinping ist nur zwei Jahre im Amt, und schon hat er seine Reden kanonisieren lassen. Damit macht der Mann unmissverständlich deutlich: ihm fehlt es nicht an Selbstbewusstsein, er hat noch Großes vor.

          Das Pekinger Apec-Treffen, zu dem mehrere Tausend Gäste, die Chefs internationaler Unternehmen sowie Staats- und Regierungschefs aus 21 Mitgliedsländern aus dem Asiatisch-Pazifischen Raum zu einem als „informell“ bezeichneten Treffen zusammenkamen, lässt sich als offizieller Auftakt einer Ära Xi Jinping verstehen. Zwei Jahre hat Xi Jinping in rasendem Tempo in China seine Macht konsolidiert. Jetzt stellt er sie auch nach außen dar und präsentiert sich als internationaler Führer.

          Eine Aufwartung für den Höchsten

          Über Tage zeigte das chinesische Fernsehen unentwegt Bilder von Xi Jinping, wie er ausländische Würdenträger und Unternehmer empfing - darunter die Staats- und Regierungschefs so unterschiedlicher Länder wie Mexiko, Australien und Südkorea. Nicht zuletzt schloss sich dem Defilee - auf eigenes Bitten, wie in Peking betont wurde - der in China herzlich unbeliebte japanische Ministerpräsident Shinzo Abe an.

          Es sieht so aus, als seien alle nur gekommen, um Xi Jinping ihre Aufwartung zu machen. Dem Staats- und Parteichef, der von großer Statur und „adeliger“ Herkunft (aus dem roten Adel) ist, fällt es nicht schwer, eine gute Figur zu machen. Die meisten seiner Gäste mussten ungewollt zu ihm aufschauen. Die elegante Frau an seiner Seite, Chinas First Lady Peng Liyuan, rundete das Bild eines perfekten Führers ab.

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