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Zukunft eines Landes : Terror im Jemen

Ein Forensiker untersucht eine Moschee nach den Anschlägen Bild: dpa

Die verheerenden Anschläge im Jemen durch den IS zeigen, in welcher Gefahr sich das Land befindet. Durch zahlreiche Konflikte zersplittert, droht ihm der Verfall.

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          Zu den gescheiterten Staaten gehört nun auch der Jemen. Syrien und der Irak wurden ein großes Schlachtfeld, Libyen hat aufgehört zu existieren – dieses Schicksal droht jetzt auch dem Jemen.

          Die verheerenden Anschläge am Freitag zeigen, dass den Terroristen, die sich auf den Islam berufen, nicht einmal Moscheen heilig sind, wo schiitische Houthis das Freitagsgebet verrichteten. Der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten legt sich über andere Konflikte, die das Land spalten:

          Der Süden will sich vom Norden lossagen; Anhänger und Gegner des gestürzten Präsidenten Saleh bekämpfen sich; Al Qaida und nun auch der IS nutzen das Vakuum. Der Jemen folgt dem libyschen „Beispiel“: Zwei Regierungen stehen sich feindselig gegenüber, sind aber machtlos; die meisten ausländischen Botschaften sind geschlossen.

          Der Verfall ist auch eine Folge kurzsichtiger Politik Saudi-Arabiens. Riad hatte der Islah-Partei, die als einzige den Aufstieg der Houthis in der Hauptstadt Sanaa hätte verhindern können, die Unterstützung entzogen, weil sie der jemenitische Arm der Muslimbruderschaft ist. Das rächt sich jetzt.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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