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Terrorkampf in Syrien : Französischer Bombenbauer offenbar durch Drohne getötet

  • Aktualisiert am

Bei amerikanischen Luftangriffen in Syrien wurden bereits viele Menschen getötet Bild: AFP

Bei einem amerikanischen Drohnenangriff in Syrien ist angeblich ein französischer Islamist getötet worden. Der konvertierte Bombenbauer soll Mitglied des Terrornetzes Al Qaida gewesen sein und sich zuletzt der Chorasan-Gruppe angeschlossen haben.

          Bei einem amerikanischen Drohnenangriff in Syrien ist offenbar ein aus Frankreich stammender mutmaßlicher Bombenbauer der radikalislamischen Chorasan-Gruppe getötet worden. Das Verteidigungsministerium in Washington bestätigte am Donnerstag, dass der 24 Jahre alte David Drugeon zu den Zielen von nächtlichen Luftangriffen gehört habe. „Wir glauben, wir haben ihn erwischt“, sagte ein Pentagon-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Endgültige Erkenntnisse lägen aber noch nicht vor.

          Mehrere amerikanische Medien berichteten, dass Drugeon in der Nacht zum Donnerstag in der syrischen Provinz Idlib mit dem Auto unterwegs gewesen sei, als ihn die Rakete getroffen habe. Nach Angaben des Pentagon wurden bei den Angriffen „mehrere Fahrzeuge der Chorasan-Gruppe“ sowie Einrichtungen der Extremisten beschädigt oder zerstört. Die attackierten Gebäude seien als Treffpunkte, Ausbildungszentren und zum Bombenbau genutzt worden.

          Muslimischer Konvertit aus der Bretagne

          Drugeon war ein radikalisierter muslimischer Konvertit und stammte aus der Bretagne. Der Franzose hatte den Ruf eines versierten Bombenbauers. Medienberichten zufolge hatte er sich angeblich 2010 Al Quaida-Kämpfern im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet angeschlossen und war irgendwann im vergangenen Jahr oder Anfang dieses Jahres nach Syrien zur Chorasan-Gruppe gereist.

          Die Gruppe ist laut Geheimdiensten aus den Vereinigten Staaten ein Ableger der im syrischen Bürgerkrieg kämpfenden Al-Nusra-Front, die wiederum Verbindungen mit dem Terrornetzwerk Al Quaida unterhält. Anders als die Al-Nusra-Front und die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) konzentrieren sich die Chorasan-Mitglieder demnach nicht auf den Kampf in Syrien, sondern sollen Terroranschläge gegen westliche Staaten planen.

          Die amerikanischen Geheimdienste haben die Gruppe bereits länger im Visier - der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde sie aber erst Ende September mit dem Beginn der Luftangriffe in Syrien. Die Bombenbauer von Chorasan sollen unter anderem mit flüssigem Sprengstoff arbeiten, um die Sicherheitskontrollen an Flughäfen zu umgehen. Eine Idee sei gewesen, Kleidungsstücke in ein explosives Gemisch zu tränken, berichtete der amerikanische Fernsehsender CNN. An diesen Versuchen könnte Drugeon beteiligt gewesen sein.

          Das für die Einsätze der Vereinigten Staaten im Nahen Osten zuständige Militärkommando Centcom erklärte am Donnerstag, die Chorasan-Gruppe nutze den Bürgerkrieg in Syrien, um Attacken auf den Westen vorzubereiten. „Wir werden weiter jede erforderliche Handlung unternehmen, um die Planung von Anschlägen gegen US-Interessen zu stören“, hieß es in der Erklärung, in der das Centcom die jüngsten Luftangriffe bestätigte. Die Attacken seien vom amerikanischen Militär alleine ausgeführt worden.

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