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Afghanistan : Vizepräsident Qasim Fahim gestorben

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Muhammad Qasim Fahim (1957-2014) Bild: AP

Der afghanische Vizepräsident Muhammad Qasim Fahim ist tot. Er wurde 57 Jahre alt. Der mächtige Kriegsherr und Kriegsverbrecher starb eines natürlichen Todes, wie das Präsidialamt in Kabul mitteilte.

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          Der afghanische Vizepräsident Muhammad Qasim Fahim ist im Alter von 56 Jahren gestorben. Ein Sprecher von Präsident Hamid Karzai nannte am Sonntag eine natürliche Todesursache als Grund. Über den Kurzmitteilungsdienst Twitter rief er eine dreitägige Staatstrauer aus. „Möge seine Seele in Frieden ruhen“, hieß es dort weiter. Lokale Medien berichteten am Sonntag, Fahim habe einen Herzinfarkt erlitten.

          Fahim war der erste Stellvertreter Karzais. Er galt als Hardliner, der eigene Kampftruppen unterhalten haben soll, aber auch von den Vereinigten Staaten unterstützt wurde. Im Krieg gegen die Taliban war Fahim ein wesentlicher Akteur der Nordallianz und wird mit zahlreichen Massakern in Verbindung gebracht. Fahim hatte in der Vergangenheit zahlreiche Anschläge überlebt.

          Fahim wurde 2009 erster Vizepräsident von Karzai. Seine Ernennung wurde damals von Menschenrechtsorganisationen und westlichen Diplomaten kritisiert. Fahim war eine Schlüsselfigur in der Nordallianz im Kampf gegen die sowjetische Besatzung. Er diente als Kommandeur unter dem charismatischen Tadschikenführer Ahmed Schah Massoud und machte sich vor allem durch seine Brutalität einen Namen.

          Kriegsgefangene ermordet

          Fahim soll Kriegsgefangene ermordet haben und später auch in Geiselnahmen und Waffenschmuggel verwickelt gewesen sein. Massoud wurde 2001 bei einem Selbstmordattentat der Terrorgruppe Al Qaida getötet. Fahim nahm nach dem Attentat Massouds Platz ein. Wie Massoud stammte Fahim aus dem abgelegenen Panjshir-Tal. Fahim, ein ethnischer Tadschike, wurden auch politische Ambitionen für die Zeit nach dem Nato-Abzug Ende dieses Jahres nachgesagt.

          In Afghanistan soll am 5. April ein neuer Präsident gewählt werden. Bislang gibt es zehn Kandidaturen für die Nachfolge Karzais, der nach zwei Amtszeiten nicht wieder antreten darf. Der Kampfeinsatz von etwa 50.000 Nato-Soldaten in Afghanistan, darunter derzeit gut 3000 Deutsche, läuft Ende des Jahres aus. Danach soll es eine Ausbildungsmission geben, über die aber noch keine Einigkeit besteht. Es wird ein Wiederaufflammen der Gewalt in dem Land befürchtet, das zum Teil von den islamistischen Taliban kontrolliert wird.

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