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Erste Auszählungsergebnisse : Afghanistan steuert auf Stichwahl zu

  • Aktualisiert am

Aushang vor einem Wahllokal in Kabul Bild: REUTERS

Der frühere Außenminister Abdullah Abdullah liegt bei der Präsidentschaftswahl in Afghanistan vorn. Knapp dahinter liegt nach Auszählung von zehn Prozent der Stimmen der ehemalige Finanzminister Ashraf Ghani Ahmadzai.

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          In Afghanistan zeichnet sich eine Stichwahl um das Präsidentenamt zwischen dem ehemaligen Außenminister Abdullah Abdullah und dem ehemaligen Finanzminister Ashraf Ghani Ahmadzai ab. Nach Auszählung von zehn Prozent der abgegebenen Stimmen liegt Abdullah mit knapp 42 Prozent vorn, wie die Wahlkommission am Sonntag in Kabul mitteilte. Ahmadzai komme auf 37,6 Prozent. Der frühere Außenminister Zalmai Rassoul, der allgemein als Kandidat des Amtsinhabers Hamid Karzai gilt, erreichte demnach knapp zehn Prozent der Stimmen. Vorgestellt wurden Teilergebnisse aus 26 der 34 Provinzen. Das vorläufige Endergebnis soll am 24. April verkündet werden.

          Der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Ján Kubiš, begrüßte die Veröffentlichung der Teilergebnisse als Zeichen der Transparenz. Zugleich warnte er die Kandidaten „vor voreiligen Schlüssen, um keine falschen Erwartungen zu wecken“. Abdullah und Ahmadzai hatten nach der Wahl am vorvergangenen Samstag wiederholt erklärt, dass sie sich in Führung wähnten.

          Abdullah sprach sich am Sonntag zudem gegen eine strafrechtliche Verfolgung des scheidenden Präsidenten Hamid Karzai wegen Korruption aus. „Ich würde einen derartigen Kurs nicht verfolgen, das wäre eine Politik der Rache und der Vergeltung“, sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Karzai werde „auch in Zukunft eine Rolle“ in der Politik Afghanistans spielen, sagte Abdullah weiter. Der scheidende Präsident hatte in der Vergangenheit den Anspruch geäußert, seinen Nachfolger beraten zu wollen. Zudem hat er sich auf dem Gelände des Präsidentenpalastes ein Anwesen herrichten lassen, in das er nach dem Ende seiner Amtszeit mit Frau und Kindern einziehen will.

          Abdullah sprach sich in dem Interview für eine Umwandlung des Präsidialsystems in eine parlamentarische Demokratie und eine Änderung der Verfassung zur Stärkung des Parlaments aus.

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