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Afghanistan : Schwedischer Journalist erschossen

  • Aktualisiert am

Am Ort des Anschlags im Diplomatenviertel von Kabul Bild: AFP

Ein schwedischer Journalist ist in Kabul aus kürzester Entfernung auf offener Straße durch einen Schuss in den Hinterkopf getötet worden - mitten im schwer gesicherten Diplomatenviertel.

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          Knapp vier Wochen vor der Präsidentenwahl in Afghanistan ist ein Korrespondent des Schwedischen Rundfunks in der Hauptstadt Kabul erschossen worden. Der 51 Jahre alte Nils Horner wurde am helllichten Tag angegriffen. Der Sender bestätigte am Dienstag den Tod seines Mitarbeiters. Der Chefermittler der Kabuler Polizei, Gul Agha Haschemi, sagte, Unbekannte hätten im Diplomatenviertel Wazir Akbar Khan das Feuer auf das Auto des Reporters eröffnet. Zwei Verdächtige seien festgenommen worden. Die Vereinten Nationen teilten dagegen mit, der Reporter sei zu Fuß unterwegs gewesen.

          Horner war seit 2001 für den schwedischen Rundfunk als Korrespondent in Asien und im Mittleren Osten tätig. Die Chefin von Sveriges Radio, Cilla Benkö, sagte bei einer Pressekonferenz: „Nils war einer der besten und erfahrensten Korrespondenten, und was heute geschehen ist, ist ganz furchtbar.“ Nach Angaben der schwedischen Botschaft in Kabul kam Horner erst vor wenigen Tagen nach Kabul.

          Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die Taliban hatten angekündigt, die Präsidentenwahl am 5. April mit Anschlägen stören zu wollen. Das Attentat ereignete sich in der Nähe eines libanesischen Restaurants, in dem ein Selbstmordkommando der Taliban im Januar 21 Zivilisten ermordet hatte, darunter 13 Ausländer.

          UN äußern tiefste Besorgnis

          Haschemi sagte, Horner sei in Begleitung seines Übersetzers gewesen. Dieser werde jetzt von der Polizei verhört. Das Opfer habe sowohl die schwedische als auch die britische Staatsangehörigkeit gehabt. Der Journalist war nach dem Angriff ins Krankenhaus gebracht worden, dort aber an seinen Verletzungen gestorben.

          Der UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Jan Kubis, äußerte sich „zutiefst besorgt“ über den Anschlag auf den Journalisten und auf andere Zivilisten. Kubis rief die afghanischen Behörden dazu auf, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

          Im Kabuler Stadtviertel Wazir Akbar Khan sind der Präsidentenpalast, viele Ministerien, ein amerikanisches Militärlager und zahlreiche Botschaften untergebracht, darunter auch die Vertretung der Bundesrepublik. Das Viertel ist schwer gesichert. Dennoch kommt es auch dort immer wieder zu Anschlägen.

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