Afghanistan :
Gouverneur von Logar getötet

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Ermordet: Arsala Jamal, der Gouverneur von Logar
Der Sprengsatz war in einem Mikrofon versteckt: Der Gouverneur der an Kabul grenzenden Provinz Logar ist bei einem Anschlag in einer Moschee getötet worden.

Der Gouverneur der afghanischen Provinz Logar ist am Dienstag bei einem Bombenanschlag in einer Moschee getötet worden. Arsala Jamal galt als enger Vertrauter von Präsident Hamid Karzai und als effizienter Technokrat. Nach Informationen der „New York Times“ hatte der studierte Ökonom und Fachmann für ländliche Entwicklung neben der afghanischen auch die kanadische Staatsbürgerschaft. In den vergangenen Jahren hatte er bereits mehrfach gegen ihn gerichtete Attentate überlebt.

Nach ersten Ermittlungsergebnissen war der Sprengsatz in einem Mikrofon versteckt, das Jamal nutzte, um eine Grußbotschaft zum islamischen Opferfest zu verkünden. 15 weitere Menschen, darunter auch Geistliche, seien verletzt worden, sagte der Sprecher der Provinzregierung. Noch am Morgen hatte die Polizei nach eigenen Angaben die Moschee durchsucht und dabei zwei Sprengsätze entschärft. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Zuletzt war 2010 ein Provinzgouverneur in Afghanistan getötet worden. Das Attentat auf den Gouverneur von Kundus, Muhammad Omar, war damals ebenfalls in einer Moschee verübt worden.

Die Provinz Logar grenzt an Kabul und gilt als Einfallstor der Aufständischen in die Hauptstadt. Seit Jahren gilt die Sicherheitslage in der Provinz als prekär. Erst im Frühjahr hatten sich amerikanische Spezialeinheiten auf Drängen Karzais aus der Provinz zurückgezogen. Vor zwei Wochen hatten amerikanische Soldaten in der Provinz den pakistanischen Talibankommandeur, Latifullah Mehsud, festgenommen.