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Zwist in Zentralasien : Gefechte an der Grenze zwischen Tadschikistan und Kirgistan

Emomali Rachmon am 16. September in Samarkand Bild: EPA

Immer wieder gibt es zwischen den beiden Staaten Streit: Teile der Grenze sind nicht demarkiert. Nun sollen schwere Waffen eingesetzt werden.

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          Im Grenzgebiet zwischen Kirgistan und Tadschikistan sind am Freitag neuerlich Gefechte ausgebrochen. Wie in diesen Fällen üblich, bezichtigten die Sicherheitsbehörden der beiden zentralasiatischen Länder einander, dafür verantwortlich zu sein. Aus Kirgistan war die Rede von schweren Kämpfen in mehreren Orten im südwestlichen Gebiet Batken; auch an der Grenze zur tadschikischen Exklave Woruch, die immer wieder im Zentrum von Auseinandersetzungen steht. Die tadschikische Seite setze Granatwerfer, Panzer und gepanzerte Fahrzeuge ein, man evakuiere Anwohner.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Dagegen hieß es aus Tadschikistan, die kirgisischen Gegner setzten schwere Waffen ein; man selbst habe am Freitagmorgen zweimal das Feuer eingestellt und Verhandlungen vorgeschlagen, aber Kirgistan habe das ignoriert. Nach kirgisischen Angaben wurde dagegen eine Feuerpause vereinbart, aber der Beschuss sei weitergegangen. Demnach wurden 31 Verwundete in Krankenhäusern behandelt. Tadschikistan berichtete von einer getöteten Person und drei Verletzten. An der Grenze zwischen den beiden Staaten kommt es immer wieder zu Zusammenstößen. Von der mehr als 970 Kilometer langen Grenze sind Hunderte Kilometer nicht demarkiert.

          Immer wieder werden Soldaten in Konflikte zwischen örtlichen Anwohnern um Land oder Wasser hineingezogen oder mischen sich ein. Die jüngste Eskalation war am vergangenen Mittwoch eingetreten, als es an der Grenze Schusswechsel gab. Nach kirgisischen Angaben nahmen tadschikische Grenzer Gefechtspositionen ein und weigerten sich, sie wieder zu räumen. Schon dabei soll es einige Tote und Verwundete gegeben haben. Die Präsidenten Kirgistans und Tadschikistans, Sadyr Schaparow und Emomali Rachmon, weilten während der Eskalation vom Freitagmorgen beide im usbekischen Samarkand beim Gipfel der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit. Ob die Eskalation sie dort behelligte, blieb zunächst unklar.

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