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Aserbaidschan : Präsident Alijew mit 86 Prozent wiedergewählt

  • Aktualisiert am

Wiedergewählt: Ilham Alijew Bild: AFP

Obwohl die Opposition den Wahlgang boykottiert hatte, lag die Wahlbeteiligung offiziellen Angaben zufolge bei fast 75 Prozent. Die Macht bleibt damit in der Hand der Familie Alijew, die seit 1993 regiert.

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          Bei der vorgezogenen Präsidentenwahl in Aserbaidschan hat der autoritär regierende Staatschef Ilham Alijew Teilergebnissen zufolge mit deutlicher Mehrheit gesiegt. Nach Auszählung von 94 Prozent der Stimmen kam Alijew auf 86 Prozent, wie die Wahlkommission am Mittwoch mitteilte. Die wichtigsten Oppositionsparteien in der Kaukasusrepublik hatten den Urnengang boykottiert. Die Wahlbeteiligung lag der Wahlkommission zufolge bei 74,5 Prozent.

          Alijew verkündete in einer Fernsehansprache seinen Sieg und dankte seinen Landsleuten für „Unterstützung und Vertrauen“. Die Menschen in Aserbaidschan hätten für „Sicherheit und Fortschritt gestimmt“, sagte er. Erster ausländischer Gratulant war der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, wie die Präsidentschaft in Baku mitteilte.

          Zur Wahl aufgerufen waren 5,2 Millionen Bürger. Neben Amtsinhaber Alijew standen zwar sieben weitere Kandidaten zur Wahl. Sie sind aber kaum bekannt und führten so gut wie keinen Wahlkampf. Oppositionsführer sprachen von Scheinkandidaten, die der Wahl einen legitimen Anstrich verleihen sollten.

          Alijew ist seit 15 Jahren in Aserbaidschan an der Macht und steht nun vor seiner vierten Amtszeit. Der 56 Jahre alte Machthaber hatte die Präsidentenwahl Anfang Februar überraschend um mehrere Monate vorgezogen, ohne dafür einen Grund zu nennen. Die Opposition sah darin den Versuch, den Wahlkampf zu verkürzen und Bemühungen zu erschweren, Wahlbetrug zu verhindern.

          Alijews Familie beherrscht die an Erdgas- und Erdölvorkommen reiche frühere Sowjetrepublik seit Jahrzehnten. Alijew rückte nach dem Tod seines Vaters Heidar 2003 an die Staatsspitze und wurde 2008 und 2013 wiedergewählt. Die Opposition sprach jedes Mal von Wahlbetrug.

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