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Armenien vor Parlamentswahl : Die neue Angst vor Krieg

Nikol Paschinjan (M.), Ministerpräsident von Armenien, und Arajik Harutjunjan (r.), Generalmajor der armenischen Armee Bild: dpa

Armenien wählt. Große Aufgaben warten auf den Wahlsieger. Doch die Angst vor einem abermaligen Waffengang mit Nachbar Aserbaidschan ist groß.

          3 Min.

          Dieser Tage verkündete Nikol Paschinjan, Armeniens geschäftsführend amtierender Ministerpräsident, einen Erfolg. „15 unserer gefangenen Brüder kehren zurück“, schrieb er am vergangenen Wochenende auf Facebook. Damit bestätigte Paschinjan den aus seiner Sicht wesentlichen Teil einer Mitteilung des Außenministeriums des Erzfeinds Aserbaidschan: Es hatte mitgeteilt, Armenien seien unter Vermittlung des gemeinsamen Nachbarn Georgien 15 Gefangene übergeben worden. Im Gegenzug habe man eine Minenkarte zum Bezirk Agdam erhalten.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Dieser ist eines der Gebiete, die an die von Armeniern bewohnte, völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörende Konfliktregion Nagornyj Karabach grenzen, welche durch den Krieg im vergangenen Herbst und den von Russland vermittelten Waffenstillstand unter Kontrolle Bakus kamen. Über die Minenkarte als Gegenleistung schwieg sich Paschinjan aus: Die Führungen in Eriwan und in Stepanakert, der „Hauptstadt“ der international nicht anerkannten „Republik Nagornyj Karabach“, geben an, nicht über solche Karten zu verfügen, wie ein aktueller Bericht der International Crisis Group hervorhebt.

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