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Argentinien : Zehntausende demonstrieren gegen Kirchner-Regierung

  • Aktualisiert am

Mit beschrieben Flaggen fordern die Demonstranten auf dem Platz des Obelisken in Buenos Aires Respekt vor der Verfassung. Bild: dpa

In Argentinien demonstrieren Zehntausende Menschen gegen Inflation, Korruption und die steigende Kriminalität. Außerdem steht Präsidentin Cristina Kirchner in der Kritik: Mit einer Verfassungsänderung will sie sich eine dritte Amtszeit ermöglichen.

          Bei den massivsten Anti-Regierungs-Protesten seit mehr als zehn Jahren sind am Donnerstagabend (Ortszeit) Zehntausende Menschen in Argentinien auf die Straße gegangenen. Neben den Protesten in Buenos Aires und anderen argentinischen Städten kam es auch in mehreren weiteren Ländern zu Kundgebungen von Exil-Argentiniern - unter anderem in Spanien und Italien. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet auch von Protesten in New York, Washington, Paris und London. Die Regierungsgegner demonstrierten gegen Inflation, Korruption und die steigende Kriminalität im Land. Ihr Protest richtete sich zudem gegen eine geplante Verfassungsreform, nach der Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner unbegrenzt im Amt bleiben könnte.

          Nach Angaben der Polizei kamen zu der Kundgebung in Buenos Aires 30.000 Menschen, örtliche Medien bezifferten die Zahl der Teilnehmer mit mehreren Hunderttausend. Vor dem Präsidentenpalast auf der Plaza de Mayo schlugen die Demonstranten gegen Kochtöpfe und schwenkten die argentinische Flagge. Auf Transparenten war zu lesen: „Stoppt die Kriminalitätswelle, die Argentinier tötet, und die Korruption. Sagt Nein zur Verfassungsreform.“

          Die Proteste hatten große symbolische Bedeutung für die Argentinier, die sich nur zu gut an das Wirtschaftsdebakel in ihrem Land Anfang der 2000er-Jahre erinnern. Die massiven Protestmärsche hatten damals in Argentinien mehrere Präsidenten aus dem Amt befördert und das Land de facto unregierbar gemacht, bis schließlich Cristina Kirchners verstorbener Ehemann Nestor Kirchner 2003 an die Macht kam.

          Unter dem Stichwort „8N“ organisierten sich die Argentinier vor allem über soziale Netzwerke. Bilderstrecke

          Immer mehr gerät jetzt auch Cristina Kirchner unter Druck, die im vergangenen Jahr ohne Probleme mit 54 Prozent der Stimmen die Wiederwahl geschafft hatte. Viele sehen unter ihrer Regierung einen Zerfall des Landes mit massiv steigenden Verbrechenszahlen, einer hohen Geldentwertung und einer Präsidentin, die sich an die Macht klammert.

          In einer Rede am Donnerstag nahm Kirchner nicht direkt zu den Protesten Stellung, betonte aber den Erfolg ihrer bisherigen Regierungsarbeit. „In Zeiten des Aufschwungs ist es leicht ein Land zu regieren, aber versucht es einmal, wenn alles den Bach hinuntergeht wie 2003, 2008 oder 2009“, sagte sie im Bezug auf den Amtsantritt ihres Mannes und die weltweite Wirtschaftskrise, durch die sie das Land hatte steuern müssen.

          Nach zwei Amtszeiten dürfte sie nach argentinischem Recht bei der Wahl 2015 nicht noch einmal antreten, doch ihre Partei strebt eine entsprechende Verfassungsänderung an. Umfragen zufolge lehnen mehr als 80 Prozent der Bevölkerung den Vorschlag ab. Kirchners Popularität ist seit ihrer Wiederwahl deutlich gesunken und liegt derzeit nur noch bei 30 Prozent.

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