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Argentinien : Bundesrichter: Staatsanwalt Nisman wurde ermordet

  • Aktualisiert am

Staatsanwalt Alberto Nisman im Mai 2013 Bild: Reuters

Erstmals hat ein Richter den Todesfall Alberto Nisman als Mord bezeichnet. Der argentinische Staatsanwalt war vor drei Jahren unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen.

          Drei Jahre nach dem mysteriösen Tod eines Staatsanwalts in Argentinien ist sich die Justiz des Landes nun sicher: Es war Mord. Bundesrichter Julian Ercolini kam in seinem am Dienstag vorgelegten Urteil zu dem Ergebnis, dass der im Januar 2015 durch einen Kopfschuss getötete Staatsanwalt Alberto Nisman nicht durch eigene Hand gestorben sei. Der Fall hatte weit über Argentinien hinaus für Aufsehen gesorgt.

          Nur wenige Tage vor seinem Tod hatte Nisman die damalige Staatspräsidentin Cristina Fernandez beschuldigt, die Rolle Irans beim Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum in Buenos Aires im Jahr 1994 verschleiert zu haben. Nisman starb einen Tag, bevor er seine Vorwürfe vor dem Kongress erläutern sollte. Fernandez legte damals nahe, dass es sich um Suizid handelte. Dagegen empfahl bereits im vergangenen Jahr ein Strafermittler, den Fall als Morduntersuchung zu behandeln. Später nannte Kirchner den Fall einen Plot, der dazu dienen solle, sie in Misskredit zu bringen.

          „Kein Selbstmord“

          Richter Ercolini betonte nun in seinem 656 Seiten umfassenden Urteil: „Nismans Tod kann kein Selbstmord gewesen sein.“ Dafür gebe es hinreichende Beweise. Zugleich warf er einem früheren Mitarbeiter Nismans Beihilfe zum Mord vor. Diego Lagomarsino hat zugegeben, Nisman die Pistole geliehen zu haben, durch deren Kugel dieser starb. Nach Darstellung Lagomarsinos bat Nisman ihn um die Waffe, um sich selbst und seine Familie damit zu schützen.

          Fernandez, die nun als Abgeordnete im Senat sitzt, wurde zuletzt wegen Landesverrats angeklagt. Ihr wird vorgeworfen, sich hinter den Kulissen dafür eingesetzt zu haben, dass Iran mit dem Attentat auf das jüdische Gemeindehaus, bei dem 85 Menschen getötet wurden, nicht in Verbindung gebracht wird. Damit soll sie versucht haben, die Verbindungen zu Iran zu normalisieren und im Jahr 2013 ein Handelsabkommen mit dem Land zu erzielen. Die Führung in Teheran hat eine Verwicklung in den Anschlag bestritten.

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