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Impfskandal in Argentinien : Früher geimpft dank guter Kontakte

Ginés González García trat als Gesundheitsminister Argentiniens zurück. Bild: Reuters

In Argentinien wurden mehrere Personen vorzeitig gegen das Coronavirus geimpft. Sie profitierten offenbar von ihren Beziehungen zu einem „alten Freund“: Gesundheitsminister Ginés González García. Der trat nun zurück.

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          Nach Peru hat nun auch Argentinien seinen Impfskandal. Nachdem herausgekommen war, dass verschiedene Personen dank ihrer Beziehungen und ohne die ordnungsgemäße Einschreibung in den Genuss einer vorzeitigen Corona-Impfung gekommen waren, musste der bisherige Gesundheitsminister Ginés González García zurücktreten. Bei den Begünstigten handelt es sich um mindestens zehn Personen.

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Eine davon, ein erfahrener Journalist, sagte aus, er habe eine Impfung erhalten, nachdem er direkt mit dem Gesundheitsminister gesprochen hatte. „Ich habe meinen alten Freund Ginés González García angerufen und er hat mir gesagt, ich soll ins Posadas-Krankenhaus“, sagte der Journalist einem Radiosender und gestand seinen Fehler ein.

          Das besagte Krankenhaus verfügte zu diesem Zeitpunkt über einen Vorrat von Impfdosen, um sein Personal zu impfen. Offenbar hatte das Gesundheitsministerium aus diesen Vorräten Impfdosen abgezweigt. Neben dem Journalisten wurden auch ein Unternehmer und drei Familienmitglieder sowie zwei Kongressmitglieder auf nicht reguläre Weise geimpft. Die Anweisungen kamen von ganz oben.

          Der Schlüssel zur „VIP-Impfung“ war laut verschiedenen Aussagen die persönliche Beziehung zum bisherigen Gesundheitsminister González García. Dieser schob in seinem Rücktrittsschreiben ein „Durcheinander“ in seinem Ministerium während seiner Abwesenheit vor. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet.

          Die neue argentinische Gesundheitsministerin Carla Vizzotti wurde am Samstag vereidigt. Sie versprach, die Aufsicht und Transparenz des Impfprogramms zu stärken. „Wir werden die Instrumente und Maßnahmen stärken, die einen fairen Zugang zu Impfstoffen gewährleisten und die Einhaltung des geplanten Prozesses überwachen“, schrieb Vizzotti, eine Ärztin und Spezialistin für Infektionskrankheiten, nach ihrem Amtsantritt auf Twitter.

          Argentinien hat bisher etwa 1,2 Millionen Dosen des russischen Sputnik-V-Impfstoffes sowie 580.000 Dosen des in Indien produzierten Covshield-Impfstoffs erhalten. Das Land gehörte zu den ersten, die den russischen Impfstoff freigegeben haben. Nach einem fragwürdigen Bewilligungsverfahren begann Argentinien bereits Ende Dezember mit dem Einsatz der Sputnik-V-Impfung. Etwa 250.000 der 45 Millionen Argentinier haben schon zwei Dosen erhalten.

          Der Skandal in Argentinien war nicht der erste in Südamerika. Vor kurzem war in Peru bereits ein vergleichbarer Fall an die Öffentlichkeit gekommen. Fast 500 teilweise ranghohe Funktionäre hatten sich dort klammheimlich eine Impfung verabreichen lassen, lange bevor die Impfkampagne angerollt war. Die Gesundheitsministerin und die Außenministerin, die ebenfalls zu den Bevorzugten gehörten, sind inzwischen zurückgetreten. In Peru wurde eine Untersuchung eingeleitet, die sich auch gegen den ebenfalls vorzeitig geimpften früheren Präsidenten Martín Vizcarra richtet.

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