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Argentinien : Finanzminister zurückgetreten

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Argentiniens Finanzminister Nicolás Dujovne ist inmitten wirtschaftlicher Turbulenzen zurückgetreten. Bild: dpa

Inmitten wirtschaftlicher Turbulenzen gibt Finanzminister Nicolás Dujovne sein Amt auf. Im Rücktrittsschreiben spricht er von der Notwendigkeit „erheblicher Erneuerung“.

          Argentiniens Präsident Mauricio Macri hat nach der schweren Niederlage bei den Vorwahlen seinen Finanzminister ausgewechselt. Nicolás Dujovne reichte am Samstag seinen Rücktritt ein. Das Amt wird Hernán Lacunza antreten, der bislang Wirtschaftsminister der Provinz Buenos Aires war. „Ich habe Vertrauen, dass er die geeignete Person für diese neue Etappe ist“, schrieb Macri auf Twitter.

          Der zurückgetretene Minister sei überzeugt, dass die Regierung des südamerikanischen Landes unter den derzeitigen Umständen eine „erhebliche Erneuerung im Wirtschaftsbereich“ benötige, heißt es im Rücktrittsschreiben Dujovnes, das die Zeitung „La Nación“ am Samstag auf ihrer Website veröffentlichte.

          Dujovne tritt inmitten massiver wirtschaftlicher Turbulenzen in seinem Land zurück. Nachdem der wirtschaftsliberale Staatschef Mauricio Macri vor knapp einer Woche bei der Präsidentschaftsvorwahl nur 32 Prozent der Stimmen erhalten hatte, gingen die Börsen in Argentinien auf Talfahrt. Auch die Währung büßte gegenüber dem US-Dollar deutlich an Wert ein.

          Der Oppositionskandidat Alberto Fernández, mit der Ex-Präsidentin Cristina Kirchner als Vizekandidatin, erhielt 47,6 Prozent der Stimmen. Macri kam lediglich auf 32 Prozent. Die Vorwahlen gelten als wichtiger Stimmungstest für die Präsidentenwahl im Oktober.

          Der ausgeschiedene Minister Dujovne hatte 2018 Finanzhilfen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 56 Milliarden US-Dollar ausgehandelt, die mit hohen Sparauflagen im Staatshaushalt verbunden waren. Die hohe Inflation und die anhaltende Rezession ließen viele Wähler bei den Vorwahlen gegen Macri stimmen.

          Nachdem die Aktienkurse im Zuge der Vorwahlen eingebrochen sind, versprach die Regierung daraufhin am Mittwoch Steuerkürzungen für Arbeiter und Angestellte, eine Streckung der Abgaben für kleine und mittelständische Unternehmen, Boni für Beschäftigte im öffentlichen Dienst und eine Anhebung des Mindestlohns. Zudem wurde der Benzinpreis für 90 Tage eingefroren. Nach Medienberichten war Dujovne mit diesen Maßnahmen nicht einverstanden.

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