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Arabischer Frühling : In Flammen

Die Selbsttötung eines Tunesiers erinnert an den Beginn des Arabischen Frühlings vor acht Jahren. Die Hoffnungen von Millionen endeten im islamistischen Winter, in Beharrung und Restauration.

          In Tunesien hat sich ein Mann das Leben genommen, aus Protest gegen die schlechte Wirtschaftslage. Die Selbsttötung erinnert an die Selbstverbrennung eines jungen Gemüsehändlers vor acht Jahren, ebenfalls in Tunesien.

          Die Tat eines Verzweifelten wurde zum Fanal des „Arabischen Frühlings“ und setzte eine Kette dramatischer Ereignisse in Gang. Aber die Hoffnungen von Millionen endeten im islamistischen Winter oder im Feuer der Kräfte der Beharrung und der Restauration. Syrien ist noch immer Schlachtfeld, Diktator Assad hat Oberwasser dank seiner Patrone in Moskau und Teheran; der Jemen ist weitgehend zerstört, Libyen ist zerfallen und wird von Banden beherrscht, Ägypten mit ganz harter Hand regiert. Hunderttausende haben ihr Aufbegehren gegen Despotie, Freiheitsverweigerung und Rückständigkeit mit dem Leben bezahlt.

          Hätten die Dinge glücklicher verlaufen können? Eine Antwort wäre vermessen. Eines ist sicher: Wo repressive Regime jedwede Opposition vernichten, gedeiht nichts Gutes. Wo sie stürzen, wird offenbar, wie hohl es im Inneren ist. Wie zerrüttet und kaputt.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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