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Pressefreiheit unter Druck : Verstummt Hongkongs kritische Stimme?

Einschüchterung: Eine Polizei-Razzia im August 2020 im Hauptquartier der Lokalzeitung „Apple Daily“ Bild: dpa

In Hongkong steht die wichtige Zeitung „Apple Daily“ vor dem Aus. Sie ist den Machthabern zu kritisch.

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          Kurz vor seiner Verurteilung ließ Jimmy Lai seinen Mitarbeitern aus dem Untersuchungsgefängnis einen selbstgeschriebenen Brief zukommen. „Meinungsfreiheit ist jetzt ein gefährlicher Job“, stand darauf. Die Mitarbeiter seiner Tageszeitung „Apple Daily“ sollten „vorsichtig“, aber auch „standhaft“ sein. Damit umschrieb er vor gut zwei Wochen ziemlich genau die emotionale Zerrissenheit der Redaktion in dem grünen Bürogebäude an der Hongkonger Dschunken-Bucht.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          „Wir balancieren auf einem Drahtseil“, sagt Alex Lam, der Sprecher des Betriebsrats von Lais Medienunternehmen Next Media. In den vergangenen Tagen ist der Druck auf die wichtigste regierungskritische Zeitung Hongkongs weiter gewachsen. Mehrere von Peking gelenkte Medien forderten deren Schließung. „Apple Daily“ sei ein „Schlupfloch“ im nationalen Sicherheitsschirm der Stadt, kommentierte etwa die Zeitung „Ta Kung Pao“. „Wir vermuten, dass wenn Staatsmedien und pekingfreundliche Politiker alle das Gleiche sagen, dass das dann früher oder später eintreten wird“, sagt Alex Lam im Gespräch mit der F.A.Z. Für ihn und seine Kollegen ist es ein skurrile Situation. „Um ehrlich zu sein, bin ich nicht sehr optimistisch, was merkwürdig ist, weil wir nicht glauben, dass wir gegen ein Gesetz verstoßen haben.“

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