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Antisemitismus in Europa : Kann Deutschland seine Juden schützen?

  • -Aktualisiert am

Wie sicher können sich Juden in Deutschland heute fühlen? Bild: EPA

Der Berliner Kippa-Vorfall hat gezeigt: Wenn Deutschland den Antisemitismus wirklich bekämpfen will, muss es der Sicherheit der Juden mehr Priorität einräumen. Auch bei der Entscheidung, wen es künftig ins Land lässt. Ein Gastbeitrag.

          Aus verständlichen Gründen fällt es den Europäern sehr viel leichter, den bekannten Antisemitismus der extremen Rechten zu verurteilen als den von Migranten, die als Opfer von Kriegen und wirtschaftlicher Not nach Europa kommen. Nirgendwo ist dieses Thema so heikel wie in Deutschland.

          Wie kein anderes Land hat Deutschland sich mit vorbildlicher Aufrichtigkeit seiner schrecklichen Vergangenheit gestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Deutschland die Verantwortung für seine Verbrechen und verpflichtete sich, jüdisches Leben zu schützen und zugleich all jenen Zuflucht zu gewähren, die vor gewaltsamen Konflikten und politischer Verfolgung fliehen. Doch die jüngste Aufnahme so vieler Migranten aus Ländern, in denen der Antisemitismus floriert, hat zu einer unangenehmen Spannung zwischen diesen beiden Verpflichtungen geführt.

          Diese Spannung kam erst kürzlich wieder zum Vorschein, als ein auf einer Berliner Straße aufgenommenes Video virale Verbreitung fand. Darin war zu sehen, wie ein junger Mann, der eine Kippa trug, von einem syrischen Asylbewerber angegriffen wurde. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete den Vorfall als eine „Schande„. In mehreren Städten gingen Tausende von Deutschen jeglicher Glaubensrichtung auf die Straße, um mit einer Kippa auf dem Kopf ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinde zu demonstrieren. Man sah sogar einige muslimische Frauen, die eine Kippa über ihrem Hijab trugen. Es war eine eindrucksvolle Demonstration. Aber wenn es Deutschland – das eine führende Rolle in Europa spielt – ernst ist mit der Bekämpfung des Antisemitismus, wird es der Sicherheit der Juden bei der Entscheidung über den zukünftigen Zustrom von Migranten höhere Priorität einräumen müssen.

          Denn es ist nun einmal eine Tatsache, dass die meisten Migranten, die nach Europa gekommen sind (und weiterhin kommen werden), aus mehrheitlich muslimischen Ländern stammen, die schon vor langer Zeit ihre einstmals lebendige jüdische Bevölkerung vertrieben haben, in deren staatlicher Propaganda der Antisemitismus eine bedeutende Rolle spielt und in denen der Glaube an antisemitische Verschwörungstheorien weit verbreitet ist. Als Beispiel sei hier nur eine Unvereinbarkeit zwischen Deutschland und den von ihm aufgenommenen Migranten genannt: Die in Deutschland strafbare Leugnung des Holocaust ist im muslimischen und arabischen Nahen und Mittleren Osten gang und gäbe. Natürlich wäre es eine irrige Annahme, dass alle syrischen Flüchtlinge die antisemitischen Einstellungen des früheren syrischen Verteidigungsministers teilten, der in einem Buch die uralte Anschuldigung erhob, die Juden töteten nichtjüdische Kinder, um Mazze für das Passahfest zu backen. Aber es ist ebenso irrig, wenn man leugnete, dass viele von ihnen zutiefst  von der antisemitischen Umgebung beeinflusst wurden, in der sie aufgewachsen sind.

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