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Anti-Terror-Kampf : Frankreichs Scheitern in der Sahel-Region

Ein Zeitungsverkäufer am Montag in Ouagadougou Bild: AFP

Die französischen Soldaten bekommen die Sicherheitslage in der Sahel-Region nicht in den Griff. Die Terroristen haben viele Komplizen in der Bevölkerung. Droht ein Scheitern wie in Afghanistan?

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          Nach den schwersten terroristischen Angriffen seit der Unabhängigkeit Burkina Fasos reist der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian noch „in dieser Woche“ in das krisengeschüttelte westafrikanische Land. Er kündigte an, die Solidarität Frankreichs zu bekunden. In seinem Gespräch mit dem burkinischen Präsidenten Roch Marc Christian Kaboré geht es aber vor allem um die weitere Sicherheitsstrategie. Le Drian hatte 2013 als erster Verantwortlicher im Sahel-Gebiet eine neue Front im globalen Kampf gegen den islamistischen Terrorismus ausgemacht. Darauf weisen die Forscher Elie Tenenbaum und Marc Hecker in ihrem Buch „Der zwanzigjährige Krieg“ hin. Nun erlebe Frankreich dort eine dem Scheitern in Afghanistan ähnliche Niederlage.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.
          Claudia Bröll
          Freie Afrika-Korrespondentin mit Sitz in Kapstadt.

          Der Anschlag in Solhan am vergangenen Wochenende mit mindestens 160 Toten ereignete sich nahe der Garnison Sebba. Doch die Soldaten kamen den Bürgern nicht zur Hilfe. Dabei zielte die Strategie Frankreichs in dem Dreiländereck zu Niger und Mali darauf ab, die einheimischen Armeen im Antiterrorkampf zu ertüchtigen. Frankreich verlegte Anfang 2020 rund 2000 Soldaten der Operation Barkhane in das Gebiet. Doch offensichtlich hat dies die Sicherheitslage nicht verbessert. Das liegt aus französischer Sicht vor allem an der Schwäche der afrikanischen Partnerarmeen.

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