https://www.faz.net/-gpf-a89ft

Proteste in Israel : Wut aus der Mittelschicht

Proteste gegen Netanjahu: Ein Demonstrant in einem „U-Boot“ in Jerusalem Bild: Reuters

Israel erlebt eine der längsten Protestbewegungen der Geschichte. Unter den Demonstranten, die Woche für Woche vor Netanjahus Sitz zusammenkommen, sind Militärs, Spitzendiplomaten, Linke. Wird ihre neue Partei etwas ausrichten?

          3 Min.

          Auf dem Paris-Platz vor der Residenz des Ministerpräsidenten steht ein U-Boot, viele Meter lang, aufgeblasen, aus Plastik. Kleinere Versionen davon tragen die Demonstranten durch die Menschenmenge, die weiter auf die Straße geht. Eine andere Gruppe trägt rosa gefärbte israelische Nationalflaggen. Die Jüngeren hüpfen und schreien, die Älteren halten Reden vor dem Springbrunnen.

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          In Israel ist die mittlerweile dreiunddreißigste Protestwoche angebrochen, und auch wenn es nur noch wenige tausend sind, so gehen die Demonstrationen gegen Korruption, gegen das „System“ und für den Rücktritt Benjamin Netanjahus weiter. Eine der längsten Protestbewegungen in der Geschichte Israels kommt aus der Mittelschicht. Es sind ehemalige Militärs etwa, die gegen den möglicherweise mit Schmiergeldern abgelaufenen Ankauf deutscher U-Boote demonstrieren. Ehemalige Diplomaten nehmen an den Demonstrationen teil, viele junge Linke aus Tel Aviv, einige orientalischstämmige Juden. Im ganzen Land versammelt sich auch während der Ausgangssperre alle paar Tage die Nachbarschaft.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          F.A.Z. PLUS:

            F.A.Z. digital

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Kanzlerkandidatin der Grünen: Annalena Baerbock am Montag in Berlin.

          Kanzlerkandidatin Baerbock : Die grüne Zauberin

          Noch ist die erste Kanzlerkandidatur der Grünen ein Anfang, dem ein Zauber innewohnt. Der könnte für Annalena Baerbock schnell zum bloßen Budenzauber werden.